Nah an Wasser und Mensch

Im Technikraum des Parkbads kennt sich niemand besser aus als Markus Mätzler.
Markus Mätzler ist seit 26 Jahren Bademeister. Eine fordernde Aufgabe.
LUSTENAU „S‘ Läobo ischt ko Schoggi“ heißt eines der populärsten Lieder des Lustenauer Volksbarden Wolfgang Verocai. Markus Mätzler (56) weiß, dass das nicht immer stimmt. „Mir schenken ab und zu Kinder ein Schöggili, nachdem ich sie mit einem Heftpflaster versorgt habe“, erzählt der Bademeister schmunzelnd. Es sind die kleinen Freuden eines Mannes, der im Sommer einen harten Job ausübt. Wenn viel los ist und die Sonne scheint, andere die Vorzüge eines Schwimmbads genießen, ist für den zweifachen Familienvater hochkonzentrierte Arbeit bei schweißtreibenden Temperaturen angesagt. Als einer der Bademeister und gleichzeitig Betriebsleiter im Lustenauer Parkbad kontrolliert er den Badebetrieb, steuert die Anlage, ist Ansprechperson bei allen kleineren und größeren Anliegen.
Die Anzeige
Viel hat er erlebt, seit er vor 26 Jahren die Stellenanzeige las: „Bademeister im Lustenauer Parkbad gesucht“. „Eigentlich war es mein Bruder, der mich auf die Anzeige aufmerksam machte. ‚Hey, bewirb dich doch. Das ist genau deins‘, hat er mir gesagt.“ Markus, damals Spengler im heimatlichen Betrieb, befolgt den Rat des Bruders. Er erhielt den Job, und würde ihn nicht mehr hergeben wollen.
„Ich erlebe hier viel“, versichert er glaubhaft. Und fängt an zu erzählen. Von den jungen, wilden Badegästen seiner ersten Jahre, die er maßregeln musste. Die ihm heute als Großelter begegnen und ihm sagen, wie recht er doch hatte, damals ein bisschen streng gewesen zu sein. Er erzählt von Badegästen, die ihn unterstützten, aber auch von solchen, die ihm das Leben schwer machen.
„Wir lassen im Parkbad ganz sicher nicht alles durchgehen und greifen ein, wenn Regeln verletzt werden“, beschreibt Mätzler seine Berufsauffassung. Dadurch macht er sich nicht immer beliebt. Einmal hat ihn ein außer Rand und Band geratener „Gast“ mit einem Faustschlag niedergestreckt. Nur weil er diesen zur Einhaltung der Vorschriften aufgefordert hatte „Seitdem behalte ich mir das Recht vor, bei Bedarf Securitys ins Parkbad zu holen.“
Solche Vorfälle sind natürlich eine absolute Seltenheit. Auch wenn Markus Mätzler feststellen muss: „Bademeister waren früher mehr Respektpersonen als heute. Oft musst du heute mit Leuten diskutieren, warum sie gewisse Dinge eben nicht tun dürfen. Das kann dann schon mühsam sein.“Aufgefallen ist ihm auch, dass viele Eltern mit ihren Aufsichtspflichten sehr schlampig umgehen. „Es kann schon passieren, dass wir ein verlorenes Kind aufgreifen und es trotz Durchsagen sehr lange dauert, bis die Eltern sich melden.“ Mätzler führt das unter anderem auf die intensive Nutzung von Smartphones zurück. „Die Eltern starren da rein, während die Kinder sich entfernen.“ Ein Arbeitstag im heißen Sommer kann für Mätzler und seine Kollegen sehr lang und sehr anstrengend werden. „Du fängst um 7 Uhr in der Früh an und kommst um halb neun nach Hause. Bei Vollbetrieb im Bad ist zudem die volle Konzentration gefordert.“ An solchen Tagen empfindet es Markus Mätzler als besonders schön, wenn sich Badegäste auch mal für seinen Einsatz bedanken. Und am allerschönsten, wenn ein Kind ihm als Anerkennung ein Schöggili schenkt. VN-HK
„Bademeister waren früher mehr Respektperson als heute. Oft musst du heute viel mehr diskutieren.“

Die Überprüfung der Wasserqualität ist eine der Aufgaben.

Die Einhaltung der Regeln nimmt Markus Mätzler sehr ernst. Den meisten Badegästen ist das recht.

Es gibt an weniger heiteren Tagen auch Zeit für eine kurze Rast. Nicht immer ist das Parkbad voll.

Ein kurzes Pläuschchen mit zwei Badenixen, die ihre morgendliche Schwimmeinheit genießen.

Zur Person
MARKUS MÄTZLER
Geboren 6. Februar 1965
Beruf Gemeindebediensteter
Wohnhaft Lustenau
Familie Verheiratet, zwei Kinder
Hobbys Basteln, Traktorfahren
Lieblingsspeise Riebl