“Es flossen viele Tränen”

Menschen / 10.06.2021 • 21:51 Uhr
Die beliebte Serie „Um Himmels Willen“ mit Publikumsliebling Fritz Wepper wird nach 20 Jahren eingestellt. dpa
Die beliebte Serie „Um Himmels Willen“ mit Publikumsliebling Fritz Wepper wird nach 20 Jahren eingestellt. dpa

Schauspielstar Fritz Wepper über das Aus der Serie „Um Himmels Willen“.

Berlin 20 Jahre lang lag er als schlitzohriger Bürgermeister im Clinch mit den Nonnen vom idyllischen Kloster Kaltenthal – doch jetzt ist nach 260 Episoden Schluss: Die ARD stellt Serie „Um Himmels Willen“ mit Publikumsliebling Fritz Wepper ein, am 15. Juni läuft die letzte Folge.

 

Herr Wepper, die Serie „Um Himmels Willen“ wird eingestellt. Hat diese Entscheidung Sie überrascht?

Wepper Sehr. Wir haben ja nach wie vor gute Einschaltquoten, und da kam das sehr unerwartet. Aber ich sage mir natürlich auch, dass es doch besser ist aufzuhören, solange es gut läuft, und Dinge zu beenden, damit andere beginnen können.

 

Was hat man Ihnen als offizielle Begründung genannt?

Wepper Der Produzent hat mich daheim besucht und bei dieser Gelegenheit kam eben die enttäuschende Nachricht über seine Lippen. Das muss man erst mal verarbeiten, körperlich und seelisch. Aber es ist besser, so aufzuhören als wegen schlechter Einschaltquoten oder wenn man in die Missgunst der Zuschauer fällt.

 

Sie hätten als Bürgermeister Wöller gerne weitergemacht?

Wepper Natürlich, es hat mir bis zuletzt große Freude gemacht. Nach dem ersten Corona-Lockdown bin ich sogar ganz erfreut wieder an die Arbeit gegangen. Es fiel mir und auch dem ganzen Team schwer, Abschied zu nehmen von „Um Himmels Willen“. Die Zuschauer sind ebenfalls überrascht, denn gerade in dieser Zeit, die ja von Bad News geprägt ist, genießen sie es, wenn unsere Serie kommt und sie sich entspannt zurücklehnen können und sich sehr gut unterhalten fühlen.

Wie war der letzte Drehtag?

Wepper Es war sehr traurig. Es flossen viele Tränen, auch bei mir.

 

Wollen Sie künftig weiter vor der Kamera stehen?

Wepper Natürlich. Die Produktionsfirma von „Um Himmels Willen“ hat mir zugesagt, dass sie weiter mit mir zusammenarbeiten will.

 

Wen würden Sie gerne noch spielen?

Wepper Methusalem! Wobei, dafür fühle ich mich im Grunde noch zu jung, der wird ja der Bibel zufolge fast tausend Jahre alt. Ich werde ja erst 80 diesen Sommer (lacht). Ich halte mich da ganz an die Franzosen, bei denen heißt 80 ja „quatre-vingt“, das bedeutet: vier mal 20. Das klingt besser.

 

Was ist Ihr größter Wunsch zum runden Geburtstag?

Wepper Meine Lieblingspartei heißt ja „Familie und Freunde“, und der familiäre Schulterschluss geht mir über alles. Er hilft uns allen, diese schwierige Zeit anzunehmen und durchzustehen – hoffentlich gesund. ski