Einen lebendigen Ort der Begegnung schaffen

Johannes Herburger will mit seinem Team frischen Wind in das Mesnerstüble am Rankler Liebfrauenberg bringen.
Rankweil Hoch über den Dächern Rankweils thront die Basilika auf dem Liebfrauenberg. Ruhig ist es hier auf dem idyllischen Platz oberhalb der Gemeinde, seit das im 15. Jahrhundert erbaute Mesnerhaus inklusive Mesnerstüble neben der Wallfahrtskirche leer steht. „Wir wollen das mit dem Wirken des neuen Vereins Mesnerstüble nun ändern“, erklärt Johannes Herburger, der dem Verein als Obmann vorstehen wird. Die Motivation des 31-Jährigen für diese Aufgabe nimmt er aus gleich zwei Quellen: Einerseits stammt er selbst aus einer Gastronomen-familie, andererseits ist er Raumforscher und widmet sich dem Kampf gegen das dörfliche Gasthaussterben und dem Thema Leerstand in Vorarlberg.
Das Ziel des Vereins: Das denkmalgeschützte und sanierungsbedürftige Mesnerhaus mit dem -stüble wieder mit Leben zu befüllen, nachdem es seit einigen Jahre leer steht. „Generationen von Mesnerfamilien, die in dem Haus wohnten, haben mit ihrer Arbeit dazu beigetragen, dass Rankweil zu einem der wichtigsten Wallfahrtsorte in der Bodenseeregion wurde“, erklärt Herburger, der derzeit das Doktorat Architektur und Raumplanung an der Universität Liechtenstein absolviert. Der jetzige Mesner Martin Salzmann ist ebenso wie Pfarrer Walter Juen, Grafikerin Melissa Hiebeler und Kassier Martin Braun Mitglied des neuen Vereins, der aus dem geschichtsträchtigen Fleckchen wieder einen „Ort des Wortes und des Wirkens“ machen will. „Es soll kein Café, sondern ein Begegnungsort für Menschen unterschiedlichen Alters und kulturellem Hintergrund sowie Gäste aus der Region entstehen, an dem man Gespräche führen und Gemeinschaft erfahren kann“, betont auch Melissa Hiebeler. Dabei sollen auch Besucherinnen und Besucher ihre Ideen einbringen können.
Belebungsversuche des Mesnerstübles gab es bereits 2016 mit dem Querbeet-Festival. Drei Wochen lang gingen im Sommer Diskussionen, Konzerte und gastronomische Projekte über die Bühne: „Das hat gezeigt, dass eine Belebung möglich ist und das Interesse am Ort riesig ist“, ist der 31-Jährige überzeugt. Für diesen Sommer stehen schon einige Programmpunkte fest, auf die sich Johannes Herburger und sein Team freuen. „Am 24. Juni starten mit Norbert Loacker die Gesprächsabende, die jeden vierten Donnerstag im Monat um 19 Uhr stattfinden werden“, erzählt er. Auch Sommerkonzerte sind am Liebfrauenberg geplant, so spielt etwa am 10. Juli am Platz unter dem Kastanienbaum die „Altfrentsche Besetzung“. VN-MIH
„Das Interesse am Liebfrauenberg ist groß und eine Belebung möglich.“

Melissa Hiebeler, Martin Braun, Johannes Herburger und Mesner Martin Salzmann vor dem denkmalgeschützten Mesnerstüble.
Zur Person
Johannes Herburger
revitalisiert mit dem gleichnamigen Verein das Mesnerstüble neben der Basilika Rankweil.
Geboren 1. Juli 1989
Beruf wissenschaftlicher Mitarbeiter und selbstständiger Raumforscher
Ausbildung Studium Geografie in Wien, derzeit Doktorat an der Universität Liechtenstein.
Wohnort Rankweil
Freizeit Wandern, Musikhören
Der Verein Mesnerstüble ist unter der Mailadresse mesnerstueble@outlook.com zu erreichen.