„Ich versuche, positiv zu bleiben“

Jan Josef Liefers über seine Rolle in der Serie „Tod von Freunden“ und die Coronakrise.
Berlin Krimifans kennen ihn als Professor Boerne aus dem Münster-„Tatort“: Jan Josef Liefers. In der neuen Serie „Tod von Freunden“ (ab 7. Februar im ZDF) zeigt sich der Schauspielstar von einer ganz anderen Seite – er spielt einen besorgten Familienvater, dessen Sohn bei einem Segeltörn verschwindet, und jeder, der an Bord war, schildert die Vorgänge anders.
In der neuen Serie „Tod von Freunden“ sind Sie in einer ganz anderen Rolle als im „Tatort“ zu sehen. Was hat Sie an dem Projekt gereizt?
Liefers Das Szenario der deutsch-dänischen Freunde, die nichts auseinanderbringen kann, ist plötzlich labiler, als man gedacht hätte. Der Tod eines Kindes zieht auch den Tod einer Freundschaft und Liebe nach sich. Aber das ist nicht nur eine Geschichte von Verlusten und Trauer, denn jeder hat ein Geheimnis, alle haben etwas zu verbergen – alle, außer meiner Figur. Bernd ist, ähnlich wie der Zuschauer, ahnungslos und fällt aus allen Wolken.
„Tod von Freunden“ handelt ja von Freundschaft. Haben Sie viele enge Freunde?
Liefers Es gibt wenige, ganz langjährige Freunde, aus der Kindheit, der Schulzeit, dem Studium. Dann sind einige dazu gekommen, zu denen ein großes Vertrauen besteht, und schließlich gibt es den Kreis derer, denen ich mich freundschaftlich verbunden fühle, wo aber eher die Leichtigkeit des Seins eine Rolle spielt, eine gewisse Unverbindlichkeit erlaubt ist.
Wie sind Sie bislang durch die Coronakrise gekommen?
Liefers Das sind für mich zwei Dinge. Das eine ist das Virus, es kann Erkrankungen verursachen, die all jenen Menschen übel zusetzen, die sie mit schweren Verläufen durchmachen müssen. Das andere sind die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus, auch die setzen vielen Menschen zu. Natürlich erst einmal allen Gesunden, aber insbesondere all denen, die für ihre Arbeit auf Publikum angewiesen sind, auf Kundschaft, auf den Kontakt zu anderen Menschen.
Viele Menschen berichten, dass sie in der Krise neue Hobbys entdeckt oder daheim aufgeräumt haben. Wie war das bei Ihnen?
Liefers Wir versuchen nur, was alle versuchen – nämlich das Beste daraus zu machen, nicht trübsinnig zu werden, positive Menschen zu bleiben. Sport kann ich sehr empfehlen, für mich geht nix übers Radfahren. ski