“Und was machen Sie heute Abend?”

Die VN fragen nach: Wie verbringen die Vorarlberger ihre Abende in Zeiten der Ausgangsbeschränkung?
schwarzach Lange Novemberabende, an denen wir mit den aktuellen Corona-Maßnahmen zu Hause bleiben müssen – was bedeutet das für die Menschen? Die VN haben nachgefragt, wie die Vorarlberger ihre Abende derzeit so verbringen.
Ruhe genießen
Die ehemalige Musikladen-Chefin Veronika Ess richtet ihren Fokus vor allem auf die positiven Aspekte des Lockdowns: Einen Gang zurückschalten und die Ruhe genießen, lautet ihre Devise. „Ich komme jetzt abends zu Dingen, für die mir sonst die Zeit fehlt“, so die Rankweilerin. Bücher lesen etwa. Derzeit vertieft sie sich in einen Roman von Thomas Sautner – Fuchserde. „Auch Fotos sortieren ist ihr mir jetzt eine liebe Beschäftigung. Dabei kann ich mich so schön in Gedankenreisen verlieren. Das ist wie Urlaub, das tut mir gut.“ Und wenn sie das Bedürfnis nach Kontakten verspürt, gibt es ja das Handy, denn „jetzt sind alle zu Hause und man erreicht Leute, die man sonst nie ans Telefon bekommt“ freut sich das Musikladen-Urgestein.
Familienabend
Bei Schauspieler und Unternehmer Mike Galeli ermöglicht der Lockdown jetzt ein intensiveres Familienleben. „Wenn die Kinder im Bett sind nutzen meine Frau und ich die Zeit, um gemeinsam ein Glas Wein zu trinken und uns zu unterhalten“, erzählt der 53-Jährige, der 1989 mit dem Titel „Mister Austria“ eine erfolgreiche Modelkarriere startete. „Die Wochenend-Abende sind dann für alle reserviert. Wir spielen gemeinsam Backgammon oder machen einen Familien-Kinofilm-Abend mit Popcorn und allem, was dazu gehört.“
Der Kabarettist Markus Linder macht aus der Not eine Tugend und nützt die zusätzliche Freizeit, um sich für die „Zeit danach“ vorzubereiten. „Bei mir sind die Ausgangsbeschränkungen ja gleichbedeutend mit einem Berufsverbot. Und so verbringe ich meine Abende gemeinsam mit meiner Frau Sabine. Wir würfeln, wir kochen, wir schauen den einen oder anderen guten Film, und, da Sabine auch meine Regisseurin und Managerin ist, wälzen wir kreative Ideen für neue Songs und Kabarettnummern für den Sehnsuchtsort in der Zukunft: Die Zeit danach!“
„Ich gehe am Abend sehr gern laufen“, erklärt Stefan Lehninger vom gleichnamigen Sport- und Modegeschäft in Rankweil. „Bewegung und frische Luft tun nicht nur körperlich gut, das Laufen ist für mich auch ein wunderbarer seelischer Ausgleich nach der Arbeit.“ Auch fürs Lesen und Spielen findet er jetzt viel mehr Zeit als sonst. „Gemeinsame Spieleabende sind in der derzeitigen Situation eine schöne Beschäftigung“ findet Lehninger und hängt mit einem Schmunzeln an: „Viel anderes kann man jetzt ja eh nicht machen.“ VN-ea


