So feiert Reinhold Bilgeri seinen 70. Geburtstag

Menschen / 26.03.2020 • 12:00 Uhr
So feiert Reinhold Bilgeri seinen 70. Geburtstag
Reinhold Bilgeri genießt heute die Zeit mit seiner Familie, mal auf der Couch, mal im Garten.

In Zeiten von Corona feiert der Rockprofessor zwar etwas anders, aber mit genauso viel Liebe.

Lochau Vielleicht war es Schicksal. Eigentlich wollte Reinhold Bilgeri seinen 70. Geburtstag am heutigen Donnerstag im Rahmen eines großen Konzerts in Wien feiern, mit seiner Band, Freunden, Schauspielern, Musikern und Fans aus alten Zeiten. Es wäre der Auftakt zu seiner Abschiedstournee “70 and still rocking“ gewesen. Doch das Coronavirus machte ihm einen Strich durch die Rechnung. “Jetzt bin ich mir gar nicht mehr sicher, ob ich aufhören soll.  Die Stones sind auch schon seit zig Jahren auf Abschiedstour und kommen nicht los von dem Zeug”, sagt er im Gespräch mit den VN.

“Wir bleiben daheim, wie es sich jetzt gehört”

Die Absage seiner Tournee traf den Rockprofessor hart. “Das zieht dir den Boden unter den Füßen weg. Wir waren schon so gut eingespielt und bühnengeil, Götzis war ausverkauft und dann das.” Feiern will der Musiker, Drehbuchautor und Regisseur dennoch, nur eben anders. “Wir bleiben daheim, wie es sich jetzt gehört. Eine große Feier wird es zwar nicht geben, aber eine gemütliche, mit meinen liebsten Frauen Beatrix, Laura und Hund Jacky.” Den Tag will Reinhold Bilgeri gemeinsam seiner Familie mit einem späten Frühstück einläuten. “Dann vielleicht wieder ein kurzer Powernap im Liegestuhl, falls die Sonne scheint. Ein Waldspaziergang vielleicht, man kann jetzt die Erde so gut lachen hören”, sagt er. Zu Mittag kommen bei den Bilgeris Fleischlöable, Püree und Blaukraut auf den Tisch. “Beatrix kocht grandios”, erzählt der Rockprofessor. Bei einem Serienabend auf der Couch will die Familie den runden Geburtstag ausklingen lassen. “Was will ich mehr, ein stiller, unschuldiger Tag.”

Reinhold Bilgeri gemeinsam mit seiner Familie im Garten.
Reinhold Bilgeri gemeinsam mit seiner Familie im Garten.

In diesen Tagen bleibt dem gebürtigen Hohenemser genügend Zeit, seine Karriere Revue passieren zu lassen. Diese nahm in den 60er-Jahren mit seinen ersten Bühnenauftritten mit diversen Rockbands seinen Lauf, nachdem er seinen Beruf als Gymnasiallehrer an den Nagel gehängt hatte. Mit der Formation “Bilgeri & Köhlmeier” und dem Song “Oho Vorarlberg” gelang ihm etwa zehn Jahre später der Durchbruch. Mit “Video Life” landete Bilgeri 1981 einen Charthit, viele weitere folgten. Ausgezeichnet wurde er im Laufe seiner Karriere mit zahlreichen Gold- und Platinplatten. 2005 geriet Bilgeri mit seinem Romandebüt “Der Atem des Himmels“, der in späterer Folge unter seiner Regie ins Kino kam, wieder in die Schlagzeilen. Als Regisseur verfilmte er zuletzt auch die Geschichte des Skirennläufers Erik Schinegger. Rückblickend ist er heute besonders stolz auf sein Durchhaltevermögen. “Ich war hartnäckig genug meine wichtigsten Träume in die Wirklichkeit zu boxen. Das hat mich schließlich als Künstler ins Gleichgewicht gebracht.”

“Wird die Liebe plötzlich wichtig in der Welt?”

Von der Bühne und den Fans wird sich Bilgeri also nicht so schnell verabschieden. Schon jetzt weiß er genau, was er machen wird, wenn die Krise vorüber ist. “Ich rase ins Probelokal zu meinen Jungs und dann: Vollgas.” Ob der auf Mai verschobene Tourauftakt stattfinden kann, steht noch in den Sternen. Genauso, wie das “Leben danach” aussehen wird. “Wer weiß, wann alles vorbei sein wird. Werden wir uns wieder umarmen dürfen oder bleiben wir in Quarantäne? Wird die Liebe plötzlich wichtig in der Welt? Das Klima? Oder wieder das Geld? Ich habe keine Ahnung.”