Land sind die Hände gebunden

Markt / 28.12.2021 • 22:08 Uhr
Amazon ist hinsichtlich Verteilzentren in Österreich auf Expansionskurs.reuters
Amazon ist hinsichtlich Verteilzentren in Österreich auf Expansionskurs.reuters

Politik hat bei Amazon-Ansiedelung in Dornbirn nur eingeschränkten Spielraum.

Dornbirn Die Pläne des US-Onlinehandelsriesen Amazon, im Dornbirner Industriegebiet Nord zwischen Autobahnabfahrt und Achraintunnel ein riesiges Verteilzentrum zu errichten, sorgen seit Bekanntwerden im Juni dieses Jahres für großen Unmut. Sowohl bei den Parteien der Stadt Dornbirn, als auch seitens der Gewerkschaft.

Der Aufstand gegen die Pläne von Amazon liegt vor allem darin begründet, dass zusätzlicher Verkehr, nächtliche Ruhestörung und eine Bedrohung des heimischen, stationären Handels befürchtet wird. Kritisiert wird zudem der enorme Flächenverbrauch. Schließlich misst das Grundstück, das der US-Konzern gerne hätte, rund 33.000 Quadratmeter.

Bereits gewidmet

Die Entscheidung, mit dem Wiener Logistikimmobilienentwickler Go Asset beziehungsweise Amazon einen Baurechtsvertrag abzuschließen, liegt alleine beim Eigentümer des Grundstücks. Das ist in dem Fall die Gebrüder Ulmer Holding. Und auch wenn Amazon kein Wunschkandidat für eine Ansiedelung ist, kann die Politik hier wenig ausrichten. Außer es würden beim Bau gewisse Höhen überschritten werden. Denn bei dem Stück Land handelt es sich um ein bereits gewidmetes Betriebsgrundstück. 

Beim Land Vorarlberg zeigt man sich gegenüber den Plänen des Online-Riesen hörbar zurückhaltend: „Zum jetzigen Zeitpunkt liegen uns noch keine Pläne oder nähere Informationen über die Ansiedelung vor. Mit den Projektanden hat es diesbezüglich auch noch keine Gespräche gegeben“, betont Landesrat Marco Tittler (ÖVP) als oberster Chef der Raumplanung im Land. „Ein entsprechendes Projekt würde so wie bei jedem anderen Unternehmen seitens des Landes ordnungsgemäß bearbeitet werden.“

Ohne Einbindung

Es stelle sich allerdings die Frage, ob das Land in der Frage einer Ansiedlung von Amazon überhaupt zu beteiligen wäre, meint Tittler im Gespräch mit den VN. „Das hängt von den konkreten Projektplänen ab. Im gegenständlichen Fall besteht beispielsweise bereits eine entsprechende Widmung, weshalb sich diese raumplanerische Frage gar nicht mehr stellen würde und ein den gesetzlichen Vorgaben entsprechendes Projekt voraussichtlich ohne Einbindung des Landes realisiert werden könnte.“

Bei Betriebsansiedelungen in dieser Größenordnung werde das Land allerdings „im Rahmen der Möglichkeiten genau hinschauen“, verspricht der Landesrat. VN-tw, reh

„Aufgrund der Widmung würde sich die raumplanerische Frage gar nicht mehr stellen.“