“Wir verlieren jede Woche im Lockdown 40 Millionen Euro”

Wir sind das einzige Land Europas, in dem die Hotels geschlossen sind. Dadurch haben wir bereits einen enormen Imageschaden erlitten und sind massiv im Wettbewerb mit unseren Nachbardestinationen benachteiligt. Wir brauchen jetzt ein Ende des Betretungsverbots ab 13. Dezember. Schließt die Politik einen Wirtschaftszweig, muss sie sich vorher über die Folgen dieser Entscheidung bewusst sein und Ausfallzahlungen bereits im Vorfeld einkalkulieren, bereitstellen und zeitnah auszahlen. Markus Kegele, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft
Feldkirch „Die Politik muss Wort halten und ist jetzt gefordert, die Wirtschaft aufzusperren. Unsere Betriebe länger geschlossen zu halten, ist auf keinen Fall mehr tragbar“, findet WKV-Präsident Hans Peter Metzler klare Worte zur Diskussion um die Verlängerung des Lockdowns. Nach drei Wochen Lockdown seien jetzt genug. „Geduld, Durchhaltekraft und Verständnis der Wirtschaft sind nun ausgereizt“, beschreibt Metzler die Stimmung. Die Folgekosten der aktuellen Beschränkungen für die Vorarlberger Wirtschaft liegen bei rund 40 Millionen Euro pro Woche, insgesamt also bei etwa 120 Millionen Euro für den dreiwöchigen Lockdown, rechnet er vor, und die Sprecher der am meisten betroffenen Branchen unterstreichen die Worte (siehe rechts). Es brauche nun eine evidenzbasierte Vorgehensweise für das Offenhalten – ein weiteres Abwarten und Zuschauen sei den betroffenen Branchen und Mitarbeitern nicht mehr zumutbar.

Eine Verlängerung des Lockdowns wäre für die gesamte Vorarlberger Freizeitwirtschaft fatal und nicht mehr tragbar. Wir fordern daher eine fixe Öffnung am 13. Dezember. Zum einen konnte bisher in all unseren Branchen die lückenlose Kontrolle der jeweils bestehenden G-Regelungen problemlos durchgeführt werden. Außerdem sind die Betriebe während der Pandemie bestens vorbereitet, was auf die strikten Präventionskonzepte zurückzuführen ist. Für Geduld bleibt jedenfalls nicht mehr viel Platz. Hans Bitschnau, Obmann der Vorarlberger Freizeit- und Sportbetriebe

Die körpernahen Dienstleister haben gezeigt, wie ein Aufsperren unter sicheren Bedingungen funktioniert. Wir appellieren dringend an die Regierung, den anvisierten Öffnungstermin einzuhalten. Eine baldige Öffnung ist wirtschaftlich essenziell, denn ein längerer Lockdown wäre für die Branche eine wirtschaftliche Katastrophe. Wir können durch unsere Terminplanung die Kundenströme wirksam steuern und entflechten – das gelingt aber nur, wenn wir genügend Öffnungstage vor den Weihnachten haben. Günther Plaickner, Innungsmeister der Friseure

Die Wochen vor Weihnachten sind für den Handel die wichtigsten Wochen des Jahres. Durch den Lockdown verlieren die heimischen Unternehmen bereits einen großen Teil des Umsatzes. Aber nicht nur für die Betriebe ist die Situation schwierig, auch für die Mitarbeitenden sind die Lockdowns eine zunehmende Belastung. Wir sollten auch an die Bevölkerung denken, die jetzt ihre Weihnachtseinkäufe erledigen und das Shoppingerlebnis mit einem Besuch in der heimischen Gastronomie ausklingen lassen möchte. Carina Pollhammer, Obfrau Sparte Handel