“Öffentliche Hand muss Verantwortung zeigen”

Markt / 29.10.2021 • 18:32 Uhr
Manuel Feuerstein ist neuer Fachgruppenobmann der Zimmerer: Sein Ziel ist es, dass auch im öffentlichen Bereich verstärkt mit Holz gebaut wird. FA/Rhomberg
Manuel Feuerstein ist neuer Fachgruppenobmann der Zimmerer: Sein Ziel ist es, dass auch im öffentlichen Bereich verstärkt mit Holz gebaut wird. FA/Rhomberg

Manuel Feuerstein ist neuer Obmann der Vorarlberger Zimmerer.

Bludenz, Feldkirch Der Bludenzer Manuel Feuerstein (32) ist neuer Innungsmeister der Vorarlberger Zimmerer. Er führt im 150 Jahre bestehenden Holzbaubetrieb Feuerstein GmbH die Sparte Holzbau. Das Unternehmen bietet Holz in allen Bereichen an – in der Tischlerei, im Fensterbau und eben seit sieben Jahren im Holzbau. 17 Mitarbeiter arbeiten im Betrieb.

„International einzigartig“

Manuel Feuerstein hat schon bisher im Vorstand der Vorarlberger Holzbaukunst gewirkt und schätzt den starken Schulterschluss in der Branche. Ebenso wie die Arbeit seines Vorgängers Herbert Brunner und der Zimmerer insgesamt, wie er im Gespräch mit den VN betont. „Die Art wie Holzbau in Vorarlberg gedacht wird, ist im In- und Ausland einzigartig.“ Auch dass die gesamte Branche gemeinsam an einem Strang ziehe, wenn es um die Weiterentwicklung des Holzbaus gehe, gebe es sonst nirgends, dankt er seinen Vorgängern und allen Mitgliedern für das bisher Geleistete.

Ein Problem, dem man in Vorarlberg gemeinsam zu Leibe rückte, war heuer der Materialengpass und die damit verbundene Preisexplosion bei Holzprodukten. Inzwischen habe sich die Lage beuhigt, so Feuerstein, die Verfügbarkeit des Materials sei gegeben und bei den Preisen befinde man sich mit den anderen Baumaterialien auf gleicher Höhe. „Bauen ist grundsätzlich teurer geworden, bei Beton, Stahl und auch bei Dämmstoffen“, erklärt er. Gelernt habe man im Holzbau, wie wichtig stabile regionale Lieferketten sind. Gemeinsam mit Waldbesitzern, Sägereiunternehmen und eben Holzbauern werde derzeit in einer Machbarkeitsstufe evaluiert, ob sich in Vorarlberg die Produktion von verschiedenen benötigten Platten rentiere. Damit könne man sich aus zu großer Abhängigkeit lösen und die Verfügbarkeit sicherstellen, so der Branchensprecher.

Holz, mit das älteste Baumaterial, habe eine verheißungsvolle Zukunft und spiele eine wichtige Rolle bei der Realisierung der Klimaziele. „Nur mit Holz kann CO2 deutlich und auf Dauer reduziert werden“, so Feuerstein. Wie Beispiele zeigen, werden Holzbauten Jahrhunderte alt. Damit Holz den Platz einnehmen könne, den es brauche, um die Klimaziele zu erreichen, müsse aber die Politik ihrer Verantwortung nachkommen“, sagt Feuerstein. Und das bedeute auch, dass Bund und Land ihre Rolle als Vorbild wahrnehmen müsse, und für öffentliche Gebäude Holz verwenden. Ein besonderes Anliegen ist ihm dabei der öffentliche Wohnbau, der zu 95 Prozent auf Stahlbeton setze, obwohl es echte Alternativen in Holz gebe. VN-sca