“Bauchgefühl lässt die Schweizer zögern”

IV-Geschäftsführer Zoll zu Rahmenabkommen EU-Schweiz.
Schwarzach Nach sieben Jahren hat die Schweiz ihre Verhandlungen mit der EU über ein Rahmenabkommen zu den bilateralen Beziehungen beendet. Jahrelang haben Bern und Brüssel versucht, die zahlreichen Verträge zwischen der EU und der Schweiz unter ein Dach zu bringen. Doch Ende Mai erklärte die Schweiz die Gespräche ohne erzielte Erfolge für beendet. Grund genug für die Unternehmerverbände aus Vorarlberg und dem Schweizer Rheintal darüber zu disktuieren, wie es in der regionalen Zusammenarbeit weitergehen könnte. Diskutiert wurde übrigens auch auf höchster Ebene wieder – am Freitag fanden wieder Gespräche zwischen Eidgenossen und EU-Vertretern in Brüssel statt.
Schweizer Trümpfe
Doch zuvorderst berichtete Christian Zoll, Geschäftsführer der Industriellenvereinigung Vorarlberg, im Gespräch Marc Springer in Vorarlberg live über Auswirkungen und Sichtweisen zum Rahmenabkommen. „Ich glaube, das Bauchgefühl hat die Schweiz zögern lassen“, schließlich hätte das einen Souveränitsverlust mit sich gebracht, so der Lobbyist, der darauf hinweist, dass die Schweiz für die Vorarlberger Wirtschaft ein nicht wegzudenkender Partner ist. „Vorarlberger Unternehmen exportieren Waren für 1,3 Milliareden Euro in die Schweiz, umgekehrt sind es nur 900 Millionen“, ein klares Match für die Vorarlberger. Dementsprechend höher ist der Druck auch beim Zustandekommen des EU-Rahmenabkommens, in dem 120 Detailabkommen stecken. Denn auch in Sachen Bildung habe das vereinigte Europa nicht unbedingt die Trümpfe in der Hand: „Die besten Unis sind nicht in der EU, sie befinden sich in Großbritannien und in der Schweiz“, erklärt Zoll im Vorarlberg-live-Gespräch. Innovation dito: „Die Schweiz nimmt Platz eins ein!“. Andererseits müsse auch der Schweiz daran gelegen sein, mit den Nachbarn ein gutes Verhältnis zu haben, schließlich sei die EU der wichtigste Handelspartner der Schweizer Wirtschaft.
Die Schweizer haben Angst vor einem Souveränitätsverlust, wenn sie das Rahmenabkommen mit der EU unterzeichnen.