Eventbranche steht mit Rücken zur Wand

Neuerliche Verschärfung der Bestimmungen macht Hoffnungen auf Herbst und Winter zunichte.
Hohenems Die Event- und Cateringbranche steht aufgrund der Maßnahmen zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie auch in Vorarlberg mit dem Rücken zur Wand. “Die Situation ist dramatisch. Viele Berufskollegen und Geschäftspartner aus der Branche, die insbesondere in diesem Bereich tätig sind, wird es nächstes Jahr nicht mehr geben”, erklärte Harald Otti, geschäftsführender Gesellschafter des Catering- und Eventunternehmens MO Catering. “Es geht uns jetzt allen an die Existenz. Daran werden auch Kurzarbeit, Überbrückungskredite und Fixkostenzuschüsse nichts ändern.”
Umsatzentgang in Millionenhöhe
Dabei könne sich MO Catering noch glücklich schätzen, in den Vorjahren auf den Aufbau einer stabilen finanziellen Basis geachtet zu haben, so Otti. Dennoch hinterlässt die Krise tiefe Spuren: Bislang belaufe sich der heurige Umsatzentgang auf beinahe zwei Millionen Euro. Die Stammbelegschaft musste von etwa 45 auf 23 Mitarbeiter reduziert werden und befindet sich in Kurzarbeit.
„Man kann unserer Branche jetzt einfach nur noch beim Sterben zusehen.“
Harald Otti, Geschäftsführer MO Catering
Dabei habe die Branche alles unternommen, um sich auf die Situation einzustellen. “Wir haben Sicherheits- und Präventionskonzepte zur Verhinderung von Ansteckungen entwickelt. Es gibt klare Verhaltensregeln für Besucher und Mitarbeiter, der Mund-Nasen-Schutz ist ständiger Begleiter”, so Otti.
“Über den Haufen geschossen”
Auf Basis dieser Vorbereitungen habe man im Sommer noch damit gerechnet, im Herbst zumindest zwischen 30 und 50 Prozent des Vorjahresumsatzes zu erzielen. “Und dann hat uns die Regierung mit ihrer Ankündigung von Verschärfungen und dem Chaos rund um die Corona-Ampel das Herbstgeschäft einfach so über den Haufen geschossen”, erklärt Otti. Allein diese Woche seien bei MO Catering fünf Veranstaltungen storniert worden, größere Weihnachtsfeiern gebe es gar keine mehr.
Die Branche werde dabei von mehreren Faktoren zerrieben. “Da ist die Angst von Firmen, dass es bei ihrer Feier doch einen Cluster geben könnte und man öffentlich zerrissen wird, dass man überhaupt eine Feier macht”, so Otti. Auch wenn sich die Besucher vorher vielleicht ganz woanders infiziert haben, falle es nur auf diese Veranstaltung zurück, da dort alle registriert seien. Andererseits hätten Auftraggeber Angst vor rechtlichen Konsequenzen, weil man sogar von Behördenseite oft keine klaren Angaben hinsichtlich diverser Bestimmungen bekommt.