Teures Impulsprogramm für den Neustart

57 Millionen Euro für Wiederhochfahren des Standorts Vorarlberg.
Bregenz Die Coronakrise trifft das Land Vorarlberg schwer – nun versucht das Land mit einem Sonderbudget gegenzusteuern (die VN berichteten). Vom 65- Millionen-Euro-Impulsprogramm fließt der größte Teil, nämlich 57 Millionen Euro, in Wirtschaft und Arbeitsmarkt. Die Landesräte Johannes Rauch und Marco Tittler sowie Landeshauptmann Markus Wallner stellten nun die Maßnahmen vor.
Punktgenaue Branchenhilfe
Der größte Brocken sind Sonderhilfen mit 18 Millionen Euro. Dazu zählt auch die Soforthilfe für Gastronomie und Hotellerie, die alleine mit 15 Millionen dotiert ist. Eine weitere Million erhalten die Busunternehmen, bleiben zwei Millionen, die laut Wallner ebenfalls für Branchen , die besonders hart getroffen sind, verwendet werden.
15 Millionen werden zusätzlich für Bau und Infrastruktur zur Verfügung gestellt. Dabei werden nicht etwa neue Projekte „erfunden“, sondern es wird in die Substanz von öffentlichen Bauten investiert und in die Sanierung von Straßen, aber auch in die Zollabfertigung in Wolfurt, die in der Coronazeit eindringlich offenlegte, dass hier Aufholbedarf herrscht, so Tittler. Die Investitionen sollen gleichzeitig „ökonomisch, ökologisch und sozial wirksam sein“, sagt Rauch.
Acht Millionen Euro fließen in Finanzen, Sicherheit und Gesundheit. Dazu zählen der Schutz am Arbeitsplatz mittels eigener Teststrategie und die Sicherheit sowohl in den Tourismusbetrieben und -regionen. Nach dem Coronaturbo in Sachen Digitalisierung wolle man auch am Thema dranbleiben. Sieben Millionen werden in die Förderung des Breitbandausbaus und Digitalisierungsprojekte der Unternehmen, aber auch der öffentlichen Verwaltung fließen. In diesem Zusammenhang spare man aber auch ein. Statt in Wien präsent zu sein, will man mehr digitale Meetings durchführen. „Wir wollen die Dienstreisen nach Wien um 50 Prozent zurückfahren,“ so Rauch. Auch werden digitale Amtswege forciert.
Ausbildung für Jugend
Zusätzlich zu den im regulären Budget enthaltenen neun Millionen Euro werden weitere drei Millionen Euro in arbeitsmarktwirksame Aktivitäten investiert. Qualifizierungsprogramme zählen dazu, aber vor allem gelte es die Jugend in Ausbildung und Beschäftigung zu bringen. „Die Jungen dürfen nicht zu Verlierern der Pandemie werden“, verspricht Wallner. In Sachen Arbeitsmarkt werde man auch die Forderung der Wirtschaft nach einer dritten Kurzarbeitsperiode unterstützen, verspricht Wallner und sieht positive Zeichen seitens der Bundesregierung.
Impulsprogramm des Landes
46 Millionen Euro gibt es für Zukunftsprojekte, Digitalisierung, Bau und Innovation
8 Millionen Euro für Finanzen, Sicherheit und Gesundheit als Restarthilfen für den Standort
3 Millionen Euro für Arbeitsmarktprogramme, Qualifikation und vor allem für die Ausbildung Jugendlicher