Gunz hat keine besondere Strategie

Der Lebensmittelhändler hat den Generationenwechsel vollzogen und verzichtet auf Kurzarbeit.
Mäder „Nicht jammern“ ist der klare Grundsatz beim weltweit tätigen Lebensmittelhändler Gunz in Mäder. “Damit ist gemeint, wir stecken den Kopf nicht in den Sand und versuchen, das Bestmögliche aus jeder Situation zu machen”, erklärt Michael Temel, der seit wenigen Tagen zusammen mit Stefan Gunz die Geschäftsführung des Familienunternehmens, in der sie schon länger vertreten sind, nun ganz übernommen hat. Und das mitten in der Coronazeit. Eigentlich wollte Firmengründer Werner Gunz das Zepter erst im November übergeben, doch er hat sich entschlossen, früher abzutreten und seine Expertise dem Fußballklub SCR Altach, dem er auch als Vizepräsident vorsteht, zur Verfügung zu stellen (die VN berichteten).
Souverän geführt
“Die letzten Wochen haben gezeigt, dass Stefan und Michael diesen Aufgaben souverän gewachsen sind. Sie sind den Weg gerne allein mit unseren Mitarbeitern gegangen und haben unser Unternehmen sicher durch die bisherige Coronakrise geführt”, sieht Gunz die Firma in guten Händen. Für das Unternehmen waren die vergangenen Wochen wie für alle anderen Unternehmen eine große Herausforderung, auch deshalb, weil man in rund 100 Länder weltweit exportiert und Niederlassungen in Magdeburg und in Minsk in Weißrussland unterhält. Die komplette Umstrukturierung der internen Abläufe sowie die Unterstützung der unterschiedlichsten Abteilungen untereinander war und ist eine der größten Anforderungen, berichtet Temel. “Zeitgleich spüren wir in unserem Unternehmen einen extremen Zusammenhalt unter den Mitarbeitern und einen hohen Grad an Vertrauen.”
Die wichtigste Maßnahme sei gewesen, nicht auf Kurzarbeit umzustellen. “Wir haben uns dazu entschieden, so lange es geht, auf Kurzarbeit zu verzichten, um den Betrieb aktiv am Laufen zu halten”, informiert Temel. Die Einteilung aller Abteilungen in Gruppen habe das Risiko einer Infizierung bis dato komplett vermieden. “Wir haben glücklicherweise keinen einzigen Vorfall in unserem Unternehmen.” Eine besondere Herausforderung für das Unternehmen als Lieferant von Lebensmitteln sei gewesen und ist es nach wie vor, den Verkauf an die Situation anzupassen, um die Lieferkette stets aufrechtzuerhalten.
“Globales Umdenken”
Eine besondere Strategie habe die Gunz Warenhandels GmbH für die Zeit nach Corona nicht. “Es gilt erst abzuwarten und das Konsumverhalten der Endverbraucher während und nach der Krise zu beobachten.” Michael Temel ist sich sicher, dass es ein globales Umdenken geben wird. Für die Firma schaut er zuversichtlich in die Zukunft: “Lebensmittel aus Europa haben weltweit einen sehr guten Ruf und mit unserer Unternehmensstrategie passen wir international sehr gut in diese Nischen.”