Die Verdrängung des Scheiterns

Das Theater Bonn zeigt „Eines langen Tages Reise in die Nacht“ im Saal am Lindaplatz in Schaan.
19.30 Uhr, sal, schaan Ein einziger Augusttag enthüllt die ganze Tragik der Familie Tyrone: Der Vater, einst ein erfolgreicher Schauspieler, jetzt ein geiziger, verbitterter Grundstückspekulant. Die Mutter, eine Morphiumsüchtige, die nach verworrenen Erklärungen sucht für den Tod ihres zweitgeborenen Kindes. Der ältere Sohn, ein Alkoholiker, der wie sein Vater Schauspieler werden wollte, aber daran scheitert. Und schließlich der jüngere Sohn, ein Dichter, der mit Tuberkulose im Sterben liegt, was die Familie als leichte Sommergrippe abtut. Schon am Mittag wird im Sommerhaus die erste Flasche Whiskey geleert, alle geben sich gegenseitig die Schuld an der Familienhölle, verlieren sich im Rausch und im Verdrängen des allgegenwärtigen Scheiterns, jeder wird zum Verhängnis des anderen. Mit glänzenden Augen träumt die Mutter am Ende des Tages von einem harmonischen Dasein in vollkommenem Frieden, während ihr Mann und die beiden Söhne volltrunken der Nacht entgegendämmern.
Das Theater Bonn zeigt das Drama „Eines langen Tages Reise in die Nacht“ von Eugene O’Neill. Eine Einführung dazu findet um 18.50 Uhr im Foyer des Saal am Lindaplatz statt. Regisseur Martin Nimz ist ein Spezialist für sensible Schauspielerarbeit und psychologische Geschichten. Er ist Schauspieldirektor am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin und inszeniert regelmäßig an vielen deutschsprachigen Theatern.
Tickets und Info unter Tel. 00423 237 59 69, vorverkauf@tak.li, www.tak.li