Hightech für den Ernstfall

Gemeinsame Übung der Drohnenstaffeln der Bergrettung Vorarlberg in Riezlern
Feldkirch Drohnen werden in letzter Zeit oft mit militärischen Einsätzen in Verbindung gebracht. Dass sie jedoch längst auch bei Rettungsorganisationen eine entscheidende Rolle spielen, zeigte sich eindrucksvoll bei einer groß angelegten Übung von rund 30 Mitgliedern der Drohnenstaffeln der Bergrettung Vorarlberg im Kleinwalsertal. Im Fokus stand dabei nicht nur die Technik, sondern vor allem der Erfahrungsaustausch und die gemeinsamen Übungen des jüngsten Referates der Bergrettung Vorarlberg. Ob bei der Suche nach vermissten Personen, der Lageerkundung aus der Luft oder dem gezielten Ausleuchten von Einsatzgebieten bei Nacht – Drohnen haben sich als wertvolle Unterstützung für Einsatzkräfte etabliert. “Die Drohne ist für uns ein zusätzliches Auge in der Luft – schnell verfügbar und präzise einsetzbar”, erklärte Christian Tschann, Leiter der Drohnenstaffel Vorarlberg. Besonders erfreulich war, dass auch eine Abordnung der Drohnenstaffel der Bergwacht Bayern an der Übung teilnehmen konnte, was den Erfahrungs- und Erkenntnisaustausch enorm aufwertete.

Stationsbetrieb und Übungseinsatz
Im Rahmen eines Stationsbetriebs konnte der Technikbus der Bergwacht Bayern besichtigt werden. Daneben standen zentrale Elemente der Drohnenverwendung in einer Einsatzorganisation auf dem Übungsplan. “Mir war es an diesem Tag besonders wichtig, dass vor allem die richtige Verwendung der verschiedenen zusätzlichen Hilfsmittel und Programme wie Airdate, Flighthub und Drohnespace geschult werden. Daneben stand das Training des fliegerischen Könnens auf dem Programm”, erklärte Martin Fritz von der Bergrettung Riezlern, der für die Gesamtorganisation des Tages zuständig war. So mussten z. B. beim sogenannten Nist-Bucket-Fliegen verschiedene Zahlen und Bilder erkannt werden. Dazu muss der Pilot die Drohne und die Kamera in verschiedenen Höhen und Winkeln rund um zentral aufgestellte Objekte bewegen, um die in kleinen Bechern abgebildeten Zahlen und Bilder sauber dargestellt zu bekommen. Im Anschluss an den Stationsbetrieb wurde das Gelernte in einer umfassenden Einsatzübung umgesetzt. Fünf Teams arbeiteten parallel verschiedene Szenarien ab – von der großflächigen Personensuche unter Beteiligung eines Hundeführers bis hin zur systematischen Kontrolle von Wegen und Gebäuden. Die gefundenen Objekte mussten exakt lokalisiert, fotografiert, digital markiert und an die Übungsleitung per Funk gemeldet werden. Koordiniert wurden die fünf Teams von einer zentralen Übungsleitung, die Lageentwicklung und Kommunikation steuerte.

Abschluss der Zertifikatsübergabe
Den Abschluss bildete eine Nachbesprechung im Bergrettungsheim Riezlern. Dabei wurden die Zertifizierungen überreicht: Insgesamt 15 Piloten konnten somit die geforderte Ausbildung vollständig abschließen. Jeder Drohnenpilot muss, um in die Drohnenstaffel aufgenommen zu werden, die gesetzlich vorgegebenen Ausbildungen A1-A3 vorweisen können. Danach erfolgen zwei Kurse (BOS1 und 2), wo speziell für Blaulichtorganisationen die erforderlichen taktischen und rechtlichen Kenntnisse geschult werden. Den Abschluss bilden drei Nachmittage Tagflug und zwei Nachtflugeinheiten, wo auf das saubere Fliegen der Drohne in verschiedenen Szenarien besonderer Wert gelegt wird. “Daneben muss natürlich jede Drohnenstaffel regelmäßige Schulungen abhalten, um in Übung zu bleiben”, rundet Christian Tschann das Anforderungsprofil ab. Die Übung machte deutlich: Drohnen sind weit mehr als ein technisches Hilfsmittel – sie sind zu einem unverzichtbaren Bestandteil moderner Einsatzorganisationen geworden. Besonders in alpinen Regionen wie Vorarlberg bieten sie entscheidende Vorteile, wenn jede Minute zählt.





