Sport und Gesellschaft
Wer im Umfeld von sportlichen Großveranstaltungen und Massentourismus lebt, ist Betroffener und Interessierter des Verhältnisses von Sport und Gesellschaft. Der Dialog Sport, Politik, Wirtschaft, Medien und Kultur ist zunehmend angesichts der Bedeutung von Sport und der Internationalität sportlicher Großveranstaltungen und ihrer Verbreitung von Bedeutung. 2026 startet nun die Fußballweltmeisterschaft der Männer in Amerika. Einen Monat lang wird das Ereignis in den Medien und der Öffentlichkeit vorhanden sein. Politische Themen werden das Event begleiten. Von einer Instrumentalisierung des populären Spitzensports ist auszugehen. Eine Konkurrenz zwischen liberalen Demokratien mit eigenen Werten wie Gleichberechtigung und Meinungsfreiheit und autokratischen Systemen mit der Zielsetzung internationalen Ansehens ist nicht neu. 2022 hatte die Fußball-WM der Männer in Katar den politischen Schwerpunkt mit der Debatte um die beschränkten demokratischen Rechte im Emirat. Große Sportereignisse und der Sport besitzen große Symbolkraft zu mobilisieren, sowohl für als auch gegen sportpolitische Themen, aber auch für und gegen gesellschaftliche Problemfelder. Man denke auch an die Kommerzialisierung des Leistungssports und die zunehmende Bedeutung der Prämien, der Vertragssummen für die Trainer und der Teams. Im Sportmanagement versteht sich der Sport vermehrt als Produkt eines Wirtschaftsprozesses.
Dr. Günther Dichatschek, MSc,
Kitzbühel