Anreize im
Gesundheitssystem
Das Stichwort „Anreiz“ ist im Gesundheitswesen allgegenwärtig – fast schon inflationär: für Patienten, für Ärzte, Pflege, für Sozialpartner, Politik und andere Player im Gesundheitswesen. Dabei ist die Grundlage keineswegs lapidar: Warum braucht es überhaupt Anreize? Aus einer rein rationalen und vernunftgeleiteten Perspektive wäre zu erwarten: Man tut das Richtige, weil es das Richtige ist – die Realität sieht anders aus. Das wissen wir von den Impfverweigern.
Das ist offenbar unserer neuronalen Ausstattung geschuldet, da das Gehirn stets auf (kurzfristige) Belohnung aus ist, es sich also auszahlen muss, etwas zu tun. Und das ist nicht immer das rational Richtige. Menschen wie auch andere Lebewesen präferieren, was Nutzen verspricht, also Belohnung erhoffen lässt. Es geht also um Emotionen. Das haben wir lange Zeit im Gesundheitswesen übersehen. Rein kognitive Informationen bewirken wenig. „Belohne gewünschtes Verhalten!“
Gesundheit gehört leider nicht zwingend dazu (sondern nur ihr Fehlen) und ihre Erhaltung noch dazu ein langfristiges Ziel ist. Vielleicht tun wir einmal das Richtige, weil es das Richtige ist – zum Beispiel „Impfen“.
Peter Vaschauner, Feldkirch