Politik der
Nadelstiche

Leserbriefe / 14.11.2021 • 17:01 Uhr
SAMS

Die allermeisten Experten und ein Großteil der Bevölkerung sind sich einig, dass wir aus der aktuellen Corona-Krise nur mit einer hohen Durchimpfungsrate herauskommen. Da die Regierung (neben vielen anderen Versäumnissen) aus Angst vor Wählerstimmenverlust das Wort „Impfpflicht“ meidet wie der Teufel das Weihwasser, sollen die Ungeimpften mit vielen kleinen Nadelstichen wie 3G am Arbeitsplatz, 2G-Regel, usw. doch zur Impfung bewegt werden. Umgesetzt werden muss dieses Piesacken aber größtenteils von den Unternehmern, die ihre Kunden und Mitarbeiter kontrollieren und ggf. abweisen sollen.

Versuche, Impfskeptiker mit Argumenten zu überzeugen, sind relativ aussichtslos, dazu sind die Meinungen inzwischen viel zu festgefahren und jeder hat seine eigene Theorie.

Viel wirkungsvoller und im Endeffekt auch mit weniger Spaltungspotenzial für die Gesellschaft, wäre eine allgemeine Impfpflicht, z. B. ab 18 Jahren. Leute, bei denen gesundheitliche Gründe dagegen sprechen, sind natürlich ausgenommen. „Zwangsinjiziert“ wird selbstverständlich niemand, wer sich partout nicht impfen lassen will, soll eine Strafe (z. B. 500 Euro) zahlen. Der Staat haftet für etwaige auftretende Impfschäden. Lieber echte Nadelstiche anstelle dieses Herumgeeieres, das viele Menschenleben kostet, das Krankenhauspersonal an seine Grenzen bringt, der Wirtschaft schadet und den Steuerzahler viele Milliarden kostet. Dafür können dann zwei Monate, nachdem alle Impfbaren geimpft sind, alle Maßnahmen aufgehoben werden.

Was mich auch noch irritiert hat, sind ganzseitige Inserate von Vorarlberger Unternehmen, die Ungeimpfte ansprechen. Z. T. sind die Aussagen (vor allem im dazugehörenden redaktionellen Teil) nachvollziehbar: Auch mir würde es nie einfallen, einen ungeimpften Mitarbeiter zu kündigen, und die lange PCR-Test-Dauer ist völlig praxisuntauglich (hier sollte zumindest das alternative Masketragen weiter erlaubt sein). Allerdings erinnern die Inserate in ihrer Gesamtheit an Impfgegnerrethorik und vermitteln so das völlig falsche Signal.

Thomas Entner,
Sulz