Afghanische Frauen

Leserbriefe / 14.09.2021 • 17:20 Uhr
Afghanische Frauen

Nach der Machtübernahme durch die Taliban sind viele Afghanen, Frauen, Männer und Kinder in Lebensgefahr und müssen versuchen, zu fliehen. Die Katholische Frauenbewegung Österreichs (kfbö) brach vor kurzem eine Lanze für die gefährdeten Frauen. Sind die Frauen schutzbedürftiger als die Männer? In der gegebenen Situation sind sie es mindestens in dreifacher Hinsicht: 1. In der Gesellschaft Afghanistans sind Frauen und Mädchen Menschen zweiter Klasse. Selbstbewusste Männer sind erwünscht, selbstbewusste Frauen keineswegs. Die Bildung, die die Gleichstellung langsam vorantreiben könnte, wird den Frauen und Mädchen von den Männern unter Strafe verwehrt. 2. Auf der Flucht sind Frauen mit und ohne Kinder stärker verschiedenen Gefahren und der Gewalt ausgesetzt als Männer. 3. Die Hungersnot, die von Fachleuten für das Land in nächster Zeit vorausgesehen wird, wird auch die Frauen härter treffen als die Männer. Die Vorsitzende der kfbö, Angelika Ritter-Grepl, richtet daher den dringenden Appell an die Bundesregierung, aktiv Flüchtlinge aus Afghanistan aufzunehmen, „allen voran Frauen. Keine Flüchtlinge aufzunehmen, ist nach Überzeugung der kfbö unverantwortlich. Frauen, als den am meisten Gefährdeten den Vorzug zu geben, ist im gegebenen Fall berechtigt und ein Gebot der Stunde. Auch Österreichs Glaubwürdigkeit würde damit wachsen.

Pfr. Helmut Rohner,
Dornbirn