Klimaschutz mit der Brechstange?
Europa verursacht derzeit rund 7,5 %, Deutschland rund zwei %, Österreich rund 0,2 % der weltweiten CO2-Emissionen. China startet allein 2021 so viele neue Kohlekraftwerke, die den jährlichen CO2-Emissionen Österreichs entsprechen. Weltweit steigen mit Ausnahme Europas und inzwischen auch den USA die CO2-Emissionen durchwegs. Selbst wenn Europa seine Emissionen von rund drei Milliarden Tonnen CO2/Jahr (China fast 10 Milliarden) auf null zurückfährt wird das derzeit in drei bis fünf Jahren von den anderen Emittenten „kompensiert“. Übrigens „bläst“ jeder erwachsene Mensch allein durchs Atmen rund 450 kg CO2/Jahr in die Luft. Bei in spätestens zwei Jahrzehnten zehn Milliarden Menschen sind das 4,5 Milliarden von, nach derzeitigem Wissensstand fürs Klima „zulässigen“ zehn Milliarden Tonnen. Soweit die langweiligen Fakten. An der Dekarbonisierung kommt die Menschheit fraglos nicht vorbei. Nur muss Europa aufpassen, dass es sich durch einen Klimaschutz mit der Brechstange nicht selbst wirtschaftlich umbringt, ohne dass dieser gut gemeinte „Selbstmord“ dem Klima wirklich hilft. Zwischenschritte wie ein rasches Heraus aus Kohle und Öl, aber längere Nutzung des Erdgases (der Ersatz von Kohle und Öl durch Erdgas bringt allein fast 30 % CO2-Reduktion) sind sinnvoll. So gesehen hat BK Kurz mit seinem „Steinzeit-Sager“ und der Mahnung zum Augenmaß recht.
Dr. Klaus König, Lauterach