Niemand will in die Steinzeit zurück

Leserbriefe / 30.07.2021 • 17:51 Uhr

Herr Bundeskanzler, ich und alle S-18-Gegner fühlen sich mit ihrem klaren Ja zur S-18 (obwohl sachlich nicht zuständig) und einer offensichtlichen „Zurück zur Steinzeit-Einschätzung“ aller Projektgegner wirklich sehr vor den Kopf gestoßen. Wir wollen alle kein „zurück“, sondern genaue Prüfungen aller kürzeren und billigeren Alternativen zu diesem geplanten überdimensionalen Grünflächenverbrauch durch die S-18 an der breitesten Stelle zur Schweizer Autobahn. Greifen Sie bitte zurück auf die Empfehlungen von über 13.000 Wissenschaftlern in ihrer „Klima-Notfall-Erklärung“ von 2019, wo dringendst der Schutz der Naturartenvielfalt, der Rückzug aus der fossilen Brennstoffverwendung und kein „Weitermachen wie bisher“ gefordert wird. Dort wird klargestellt, dass es eben nicht reicht, nur mit neuen Technologien/Innovationen und „ohne jeden Verzicht“ unserem allseits spürbaren Klimawandel entgegenzuhalten. Es wäre ein Gewinn an Lebensqualität, würden wir weg kommen von „immer mehr“ und von einer „Wegwerfgesellschaft“ und zurückfinden zum fairen Umgang mit unseren Nutztieren, in der Landwirtschaftspraxis und einem Verbot der Billigfliegerei. Die furchtbaren Hochwasserereignisse der vergangenen Wochen zeigten augenscheinlich, dass Bäche, Gräben, Flüsse bei Starkregen einfach mehr Platz brauchen und nicht immer durch Straßenbauten und sonstige Großbauten eingeengt werden dürfen.

Eine lebenswerte Umwelt auch noch für unsere Nachkommen ist wahrlich wichtiger als womöglich zehn Minuten schneller von A nach B zu kommen.

Egon Troy, Fußach