Es gibt sie – Engel!
Ich fuhr gestern mit dem Zug von Bregenz nach Wien. In Ludesch stieg ich irrtümlich aus – ich verstand Bludenz -, stand nun an einem falschen Ort, und mein Anschlussbus fuhr in 20 Minuten von Bludenz weg. Kein Taxi war in so kurzer Zeit verfügbar.
Verzweifelt hielt ich das erste Auto an und bat die Fahrerin, mich nach Bludenz zu fahren. Sie verneinte! Während des Gesprächs kam ein weiteres Auto, der Fahrer fragte, was los sei, denn mittlerweile rannen mir Tränen übers Gesicht. Ich antwortete: „nix, passt schon“, denn das Auto war vollbesetzt. Doch der Fahrer ließ nicht locker, also erzählte ich ihm mein Malheur. Seine Antwort war „bleiben Sie da stehen, ich bringe meine Familie nach Hause und komme zurück“. Tatsächlich kam er – ich nenne ihn meinen Engel – zurück und wir fuhren zum Bludenzer Bahnhof. Leider war der Bus schon weg, es gab auch laut eines Bahnangestellten keinen weiteren mehr. Mein „Engel“ fragte: „Bleibt der Bus denn irgendwo stehen oder kann man ihn nicht stoppen? Man kann ihn sicher telefonisch erreichen und bitten stehenzubleiben, um auf uns zu warten.“ Der Bahnbedienstete telefonierte – und tatsächlich: der Bus wartete auf mich auf einem Parkplatz. Danke, lieber Engel!
Melitta Gussnig,
Leopoldsdorf