Identität, Intoleranz und die erste Liebe

Kultur / 20.04.2026 • 15:44 Uhr
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Das erste Buch des Dornbirner Martin Lukas Blum ist ein Coming-of-Age-Roman.Verlag wortweit

Der Vorarlberger Lehrer und Autor Martin Lukas Blum legt sein Romandebut vor.

Dornbirn Handball ist für Tobias mehr als ein Hobby, es ist sein Lebensinhalt und möglicherweise seine Zukunft. Im Verein steht er gemeinsam mit seinem besten Freund auf dem Feld, und mit der bestandenen Aufnahmeprüfung ins Sportgymnasium ist ein weiterer Schritt Richtung Profikarriere getan.

Handball, Training, Schule, Freundschaft, sein Alltag ist klar strukturiert, seine Zukunft scheint vorgezeichnet. Doch dann kommt ein neuer Mitschüler in die Klasse, und plötzlich ist nichts mehr, wie es war. Tobias verliebt sich zum ersten Mal, auch wenn er niemandem von diesen neuen, verwirrenden Gefühlen erzählen möchte.

Von einem Moment auf den anderen muss er nicht nur lernen, seine Homosexualität mit seinen bisherigen Interessen in Einklang zu bringen, sondern auch, was Vertrauen und Freundschaft wirklich bedeuten. Denn Toleranz scheint in seinem Umfeld rar gesät. Dass sein Outing schwierig werden würde, hat Tobias geahnt, mit welchen Schikanen und Anfeindungen er sich danach tatsächlich konfrontiert sieht, damit hat er nicht gerechnet. Zwischen Trainingshalle, Klassenzimmer und Umkleide beginnt für ihn eine Zeit, in der sich Zugehörigkeit und Ausgrenzung unvermittelt abwechseln.

Gefahren von Intoleranz

Mit „Ein Schritt zu weit” legt der Vorarlberger Martin Lukas Blum einen Coming-of-Age-Roman über Identität, erste Liebe und die Gefahren von Intoleranz vor. Der 1990 in Dornbirn geborene Autor las schon als Kind sehr viel und entdeckte bald seine Leidenschaft fürs eigene Schreiben. Nach einem Lehramtsstudium in Deutsch und katholischer Religion unterrichtet er heute an einem Sportgymnasium. Bisher veröffentlichte er Kurzgeschichten in unterschiedlichen Medien. Der Austausch mit seinen Schülerinnen und Schülern inspirierte ihn schließlich zu seinem Romandebüt.

Blum erzählt eine Geschichte, die zum Mitfühlen und Reflektieren einlädt, und führt Jugendlichen ebenso wie Erwachsenen vor Augen, wie verletzend und gefährlich Vorurteile sein können. Gerade die Nähe des Autors zum schulischen Alltag verleiht dem Buch eine besondere Authentizität. Begleitend zum Roman hat Blum pädagogisches Unterrichtsmaterial mit Lösungsteil für die Sekundarstufen I und II erstellt, das auf Anfrage über den wortweit-Verlag erhältlich ist.