Zwischen Kirschbaum und Hühnerstall: Vorhang auf für die Schau!

Die Frühlingsmesse ist eröffnet. Bis Sonntag präsentieren Aussteller ihre Ideen für Haus und Freizeit.
Dornbirn In den meisten Fällen ist es ein langsames Herantasten. Die Besucher verschaffen sich zunächst einen Überblick, schlendern durch die Ausstellung, schauen, nehmen Prospekte mit und kommen eventuell ins Gespräch mit den Ausstellern. „Ich habe mich doppelt gesehen. Ich bin grad erschrocken“, sagt ein Besucher und lacht. Seine Frau ergänzt: „Der Spiegel ist wahnsinnig.“ Die beiden haben soeben den Stand von Alex Gartenbau in Halle 11 verlassen.

Auf dem Dornbirner Messegelände wurde am Donnerstag mit der „Schau!“ (9. bis 12. April) der Frühling eingeläutet. Einer der sechs sogenannten Schauplätze ist die Gartenschau, bei der auf rund 800 Quadratmetern mehrere Landschaftsgärtner ihre Gartenwelten zeigen. Am Ende wird ein Award vergeben.

„Die Idee war, dass wir die Leute durchführen, Räume schaffen, einen Eingang haben und einen Hauptraum im japanischen Stil, der viel Ruhe in den Messestand hineinbringt“, erklärt Alexander Wilhelm, der Chef von Alex Gartenbau. Den Stand auf der Schau hat er gemeinsam mit Gartendesigner Tim Friday von Friday Garden Design aus Andelsbuch gestaltet. Mit der Planung wurde im Jänner begonnen, der Aufbau selbst hat eineinhalb Wochen gedauert. Im Hauptraum ziehen ein großer blühender Kirschbaum und ein Ahornbaum alle Blicke auf sich. “Die haben wir eineinhalb Monate bei uns in der Baumelei in Klaus vorgezogen“, erläutert Wilhelm, während über den Boden ein leichter Nebelschleier zieht. Der gebürtige Engländer Tim Friday nennt Details: Knapp 3000 Pflanzen, 14 Tonnen große Steine und 1,5 Tonnen kleine Steine wurden verbaut; die Betonwände wiegen zwölf Tonnen, die Winkeleinfassungen, die den Stand nach außen abgrenzen, 48 Tonnen.

Der neue Messe-Geschäftsführer Nilly Nail hat Ende des Jahres ein überarbeitetes Messekonzept angekündigt. Der gewöhnliche Schau-Besucher bekommt davon allerdings nicht viel mit. Vorbei an Klassikern wie den Burgenländer Weinen und italienischen Wurstwaren geht es zur Jungen Halle.

Am Stand der Dornbirner Jugendwerkstätten hat Hühnerstall “Christoph” das Interesse von zwei Besuchern geweckt. „Hühner erleben einen Hype. Die Leute wollen eigene Eier. Auch bei den Dornbirner Jugendwerkstätten haben wir eigene Hühner“, erzählt Wolfram Huschle, Chef der Holzabteilung bei den Dornbirner Jugendwerkstätten. Die Dornbirner Jugendwerkstätten unterstützen Jugendliche beim Einstieg ins Berufsleben mit praxisnaher Ausbildung, sozialer Betreuung und beruflicher Orientierung. Auf der Schau! haben Arbeiten aus der Holzwerkstatt ihren großen Auftritt. Bänke, Tische, Hocker, Hühner- und Hasenställe, Kisten, Transportboxen. Wolfram Huschle zeigt auf zwei Gartenstühle aus Teakholz. Der eine ist vom Wetter gezeichnet, der andere scheinbar neu. „Die werden von den Jugendlichen sandgestrahlt und zweifach geölt, dann stehen sie wieder wie neu da.“

Auf der Bühne nebenan spricht Luisa Comper beim Redewettbewerb gerade über Hunger. Draußen auf dem Freigelände ist Mike Erath mit der WandelBar in der Foodtruck-Area vorgefahren. “Wir sind schon seit einigen Jahren dabei. Wenn das Wetter passt, ist es immer eine super Sache. In erster Linie geht es da nicht um das Geschäft, sondern um Werbung”, berichtet er.

Die Betriebe und Organisationen präsentieren sich bei der Schau! an sechs Schauplätzen. Im Vergleich zum Vorjahr sind heuer knapp 100 Aussteller weniger nach Dornbirn gekommen. Im Fokus stehen Themen wie Garten, Gesundheit, Freizeit, Genuss, Wein, Wohnen, Haushalt – und Blumen. Am Donnerstag wurde der Landeslehrlingswettbewerb der Floristinnen in der Halle 12 ausgetragen. “Stressig ist es, weil es ungewohnt ist, unter Zeit zu arbeiten, aber nervös bin ich nicht mehr”, zieht Lea Straubinger ein erstes Fazit. Die Werkstücke der elf Teilnehmerinnen sind noch bis Sonntag ausgestellt.




























