Neustart als bodenständiges Dorfgasthaus

Kultur / 05.11.2023 • 11:00 Uhr
Christiane und Albert Hager wollen Naze's Hus wieder zu altem Glanz führen. <span class="copyright">VN/Gasser</span>
Christiane und Albert Hager wollen Naze's Hus wieder zu altem Glanz führen. VN/Gasser

Besitzer von Naze’s Hus in Mellau nehmen Gastronomie mit neuem Konzept wieder selbst in die Hand.

Darum geht’s:

  • Albert Hager und seine Frau nehmen das Gasthaus Naze’s Hus wieder in die Hand.
  • Sie möchten ein bodenständiges Dorfgasthaus mit regionaler Küche schaffen.
  • Naze’s Hus soll ein Treffpunkt für Einheimische und Gäste werden.

Mellau Albert Hager (61) blättert in einem großen Ordner mit Fotos. Sie zeigen den kläglichen Zustand eines rund 300 Jahre alten Bregenzerwälder Bauernhauses. Anfang der 2000er-Jahre habe er es kaufen können, sagt Hager. Der Unternehmer und Besitzer einer Ziegenalpe hatte eine Vision. Aus Naze’s Hus sollte ein Gasthaus werden. “Ich wollte, dass es öffentlich zugänglich wird.” Das Haus sei allerdings unter Denkmalschutz gestanden, was die Sache nicht einfacher machte. 9000 Stunden Arbeit in Eigenregie haben Albert Hager und seine Mitarbeiter in das Gebäude investiert und ein historisches Schmuckstück geschaffen, das später für Furore und zahlreiche Auszeichnungen sorgen sollte.

9000 Stunden in Eigenregie haben Albert Hager und seine Mitarbeiter 2004 und 2005 in die Renovierung des denkmalgeschützten Hauses investiert. <span class="copyright">Handout/Hager</span>
9000 Stunden in Eigenregie haben Albert Hager und seine Mitarbeiter 2004 und 2005 in die Renovierung des denkmalgeschützten Hauses investiert. Handout/Hager

Nach gut zehn Jahren, in denen das Haus verpachtet war, will Hager die Geschicke von Naze’s Hus gemeinsam mit seiner Frau Christiane wieder selbst in die Hand nehmen. Es wird ein Neustart, ganz gegen den Trend. “Ich möchte, dass es wieder ein richtiges Dorfgasthaus wird, wo man mittags und abends essen kann.” Lange Öffnungszeiten und maximal zwei Ruhetage in der Woche, das sei längst nicht mehr selbstverständlich. Beim Anspruch an die Qualität gibt es keine Abstriche. Man setzte auf eine bodenständige, regionale Küche zu Preisen, die auch leistbar seien, so das Wirtepaar.

Albert Hager feiert als Gastgeber ein Comeback in seinem Naze's Hus. <span class="copyright">VN/Gasser</span>
Albert Hager feiert als Gastgeber ein Comeback in seinem Naze's Hus. VN/Gasser

Das Wirtshaussterben hat auch vor dem Bregenzerwald nicht Halt gemacht. Reihenweise haben Dorfgasthäuser in den letzten Jahren geschlossen. Die Hagers sehen im Konzept mittlerweile gar eine Marktlücke und Ergänzung zur bestehenden Gastronomie. Naze’s Hus soll Treffpunkt für Einheimische und Gäste werden. In den Stuben dürfe ruhig auch musiziert werden, so Hager.

50 Sitzplätze gibt es in Naze's Hus. In den gemütlichen Stuben soll auch musiziert werden. <span class="copyright">VN/Gasser</span>
50 Sitzplätze gibt es in Naze's Hus. In den gemütlichen Stuben soll auch musiziert werden. VN/Gasser

Neben dem kulinarischen Angebot werden in Naze’s Hus auch Zimmer vermietet. Zwölf Betten stehen für Gäste zur Verfügung. In der Anfangszeit habe man bis zu 200 Vollbelegstage gehabt, erinnert sich der 61-Jährige zurück. “Daran wollen wir wieder anschließen.” Das denkmalgeschützte Holzhaus, das einzige in Mellau, soll wieder in neuem Glanz erstrahlen. Das Team dafür ist bereits angeheuert. Neustart ist am 9. November.

Das Naze's-Hus-Team: Balázs Csépányi (Koch), Jakob Bechstein (Service), Albert und Christiane Hager (Gastgeber), Michaela Beer (Service). <span class="copyright">VN/Gasser</span>
Das Naze's-Hus-Team: Balázs Csépányi (Koch), Jakob Bechstein (Service), Albert und Christiane Hager (Gastgeber), Michaela Beer (Service). VN/Gasser

Derzeit laufen die Vorbereitungen. Tischdeko wird liebevoll ausgewählt, bei Lieferanten bestellt und erste Reservierungen werden entgegengenommen. Albert Hager ist wieder voll in seinem Element. Dabei hat er ohnedies alle Hände voll zu tun. In seinem Betrieb “der Schindeler” werden bis heute Holzschindeln nach alter Tradition in Handarbeit hergestellt und auf der Dosegg-Alpe im Mellental hält Hager ganzjährig Ziegen und erzeugt Käse. “Was dort produziert wird, kommt dann auch auf die Speisekarte”, verspricht der umtriebige Gastgeber.

Christiane Hager mit den letzten Vorbereitungen vor der Neueröffnung am 9. November. <span class="copyright">VN/Gasser</span>
Christiane Hager mit den letzten Vorbereitungen vor der Neueröffnung am 9. November. VN/Gasser

Das Haus, das seinen Namen einem Vorbesitzer – dem Küfer Ignaz – verdankt, ist auch 20 Jahre nach der Renovierung unverändert ein Schmuckstück und in bestem Zustand. Zur Eröffnung fehlen nur noch ein paar Kleinigkeiten. Das Wirtepaar Hager kann es jedenfalls kaum noch erwarten, wieder selbst für ihre Gäste da zu sein.