Mehr als nur Umbaupläne

Kultur / 05.10.2021 • 19:15 Uhr
Subventionen des Landes in den letzten zehn Jahren für die Kulturhäuser in Bregenz. Vn/pS
Subventionen des Landes in den letzten zehn Jahren für die Kulturhäuser in Bregenz. Vn/pS

Bei der Kuges wurde 2021 der Rotstift angesetzt, die Perspektive für 2022 bleibt komplex.

Bregenz Für die Institutionen der Kulturhäuser Betriebsgesellschaft (Kuges) ist 2021 ein schwarzes Jahr. Zur Pandemie – mit Veranstaltungsverboten ab März 2020 sowie andauernden Unsicherheiten bezüglich der Öffnungsschritte und den daraus folgenden Einnahmeneinbußen – kam die Kürzung der finanziellen Mittel vonseiten des Landes um rund drei Prozent. Das galt im selben Maß für alle angeschlossenen Häuser, das heißt, für das Kunsthaus, das Landestheater und das Vorarlberg Museum.

Eventuell Indexanpassung

Abgesehen davon, dass die offiziellen Entscheidungen noch ausstehen, gibt sich Kuges-Geschäftsführer Werner Döring bei der Frage nach den Perspektiven für das kommende Jahr vorsichtig optimistisch. Im Gespräch mit den VN nennt er als Größenordnung eine Indexanpassung und zeichnet damit einen kleinen Aufwärtstrend vor. Angesichts erhöhter Energie- und stets steigender Personalkosten bleibt damit für die Kunst selbst allerdings nicht mehr als zuletzt.

Mehr Abonnenten

Eine Institution in der Drei-Häuser-Reihe am Bregenzer Seeufer ist davon besonders betroffen. Die darstellende Kunst ist mit einem hohen Produktionsaufwand verbunden. Im Vergleich zu großen Wiener Häusern bzw. den Bundestheatern, die zuletzt über sehr deutliche Besucherrückgänge nach den langen Lockdownperioden klagten, steht das Vorarlberger Landestheater aber noch vergleichsweise gut da. Bei den Abonnenten gibt es, wie Intendantin Stephanie Gräve den VN bestätigt, sogar ein leichtes Plus. Vergleiche mit dem Herbst des Vorjahres seien aufgrund der Pandemie, die eine andere Auslastungsbasis bedingte, grundsätzlich schwierig, aber im Moment liege das Minus bei den Gesamtbesuchern, so Döring, bei zehn bis 15 Prozent. Was die Ausstellungshäuser der Kuges, also das Vorarlberg Museum und das Kunsthaus (KUB) betrifft, so seien vor allem beim international ausgerichteten Kunsthaus die schwierigen Verhältnisse an den Landesgrenzen spürbar geworden. Insgesamt kamen in beide Häuser etwa fünf bis zehn Prozent weniger Besucher.

Notwendige Sanierung

Kein neues Thema ist die Notwendigkeit der Sanierung des Kornmarktgebäudes, einer Immobilie der Stadt Bregenz, in der das Landestheater seit Jahrzehnten untergebracht ist und die in den 1990er-Jahren zuletzt adaptiert wurde. Was die Finanzierung betrifft, gibt es mittlerweile, wie berichtet, ein gutes Gesprächsverhältnis zwischen Land und Stadt. Als Zeitpunkt für die Erneuerung von technischen und sicherheitstechnischen Anlagen sowie einer baulichen Anpassung an die Erfordernisse steht die Spielzeit 2023/24 im Fokus. Sinnvollerweise wolle man die Arbeiten in einer Saison vom Herbst bis zum Juni durchziehen. Im Sommer wird das Haus von den Festspielen genutzt, deren Betrieb von der Sanierung somit nicht betroffen wäre. Döring: “Vielleicht können wir auch im Juni schon ein erstes Lebenszeichen setzen.”

Mehr Werbung im Rheintal

Offen ist, wie auch Intendantin Gräve im VN-Gespräch darlegte, welche Räume während der Umbauphase genutzt werden. Sie selbst hätte einige kreative Ideen und hat im kaufmännischen Direktor einen Unterstützer, der sich wünscht, dass es ein Programm gibt. Nachdem Publikum aus dem süddeutschen Raum, wo es in Grenznähe kein ständig bespieltes Haus gibt, gerne immer wieder nach Bregenz kommt, will Döring Strategien entwickeln, die die Bevölkerung im gesamten, dicht besiedelten Vorarlberger Rheintal anlocken.

„Wir ziehen die Renovierung sinnvollerweise in einem Zug in der Spielzeit 2023/24 durch.“

Subventionen des Landes in den letzten zehn Jahren für die Kulturhäuser in Bregenz. Vn/pS
Subventionen des Landes in den letzten zehn Jahren für die Kulturhäuser in Bregenz. Vn/pS