Hotellerie als Karriere-Startschuss

Wenn Menschen zu Menschen kommen, ist der Arbeitsbereich ein spannender. Wie im Hotel Sonne.
Wie würden Sie Ihren Werdegang zusammenfassen?
Peter Ich war etwa 20 Jahre im Bankensektor tätig. Hier lernte ich das finanzielle Rüstzeug, auch Kundenbetreuung und Teamführung. Gerne vergleiche ich den Bankenschalter mit einer Hotelrezeption als Aushängeschild unseres Unternehmens. Das Gastgebersein wurde mir durch meine Eltern in die Wiege gelegt. Diese Tradition möchte ich erfolgreich weiterführen.
Wie erleben Sie Ihre Lehrlinge?
Peter Jeder einzelne ist eine Persönlichkeit und muss individuell abgeholt werden. Neben der zehnwöchigen Blockschule gilt es dem Jugendlichen im täglichen Arbeitsbereich das nötige Rüstzeug zu vermitteln. Keiner der Lehrlinge gleicht dem anderen. Eigentlich bräuchte es für jeden einzelnen einen Maßanzug zur Entwicklung.
Was möchten Sie bei Ihren Lehrlingen spüren?
Peter Dass sie ihre Lehre auch wirklich abschließen wollen. Dem Lehrling sollte bewusst sein, wie wichtig eine gute Ausbildung
ist, er sollte erkennen, was ihm die Lehre bringt. Oft haben die Jugendlichen keine Karriereplanung, keine Ziele. Für mich als Ausbilder sind Verantwortung, Pünktlichkeit
und Strebsamkeit wichtig. Willkommen sind uns ausgeglichene Teamplayer mit gutem familiären Background.
Warum würden Sie einem Jugendlichen empfehlen, in einer Hotellerie die Karriere zu starten?
Peter Die Hotellerie wandelt sich und bleibt ein interessanter Arbeitsbereich. Einerseits gibt es immer mehr Self-Check-In-Häuser mit wenigen Mitarbeitern, andererseits sind da Hotelketten mit riesigen Betten-Kapazitäten. Und dann gibt es noch das smarte, familiengeführte Hotel, welches durch seine eigene DNA punktet: Service am Gast. Das heißt: Eingehen auf den individuellen Gast, ein bisschen das Motto“Der Gast ist König“ leben.
Warum ist das Hotel Sonne ein Garni-Betrieb?
Peter Unser Haus wurde früher traditionell als Gasthaus mit einem Kegelbahnen-Betrieb geführt. Mein Vater stand in der Küche. Eine Bedienung im Service und meine Mama als Springerin, die eingesetzt wurde, wenn und wo der Hut brannte. Durch diese sparsame Personalsituation musste ich auch viele Abendstunden selbst an der Theke stehen und Getränke herrichten. Dabei bekam ich schon sehr früh zu spüren, was es heißt, einen 24/7-Stunden-Betrieb zu führen. Lediglich am Sonntagnachmittag hatte man Zeit innerhalb der Familie. Meine Philosophie war das nicht. Wenn, dann ein Hotel-Garni-Betrieb – was bedeutet: Zimmer mit Frühstück. Dies funktioniert meiner Meinung nach aber nur im urbanen Bereich. Was ich auch weiß: Ein Self-Check-In-Betrieb wäre nichts für mich. Das sind für mich keine Gastgeber, sondern Vermieter.
Wie punkten Sie bei den Lehrlingen?
Peter Damit, ein netter Chef zu sein und auf Augenhöhe mit meinem Team mitzuarbeiten. Ich lege sehr viel Wert auf Eigeninitiative. Trotz ungünstigen Dienstzeiten versuche ich immer wieder, auf die Wünsche der Mitarbeiter einzugehen. In Zukunft entscheidet wahrscheinlich das Mitarbeiterteam über einen Erfolg in der Hotel- und Gastgewerbebranche.
Was ist das Schöne an Ihrem Beruf?
Peter Gäste im eigenen Haus begrüßen und erleben zu dürfen, die Welt aus der Sicht der Gäste kennenzulernen. Auch unser internationaler Ansatz im Haus ist spannend. Der Business- und Freizeitgast haben unterschiedliche Anforderungen. Alles in allem heißt Gastgeber sein, glückliche Gäste zu sehen. Und: eigener Unternehmer zu sein. MEC
Zur Person
Gerald PETER
www.sonne1806.at
Ausbildung diplomierter Finanzberater, Hotelier
Hobbys Reiten & Natur