Die eigene Meisterschmiede

Karriere / 09.10.2020 • 10:11 Uhr
Sutterlüty: „Die Mitarbeiter sollen uns nicht als Arbeitgeber, sondern sich als Teil eines Familienunternehmen sehen.“ Rusch
Sutterlüty: „Die Mitarbeiter sollen uns nicht als Arbeitgeber, sondern sich als Teil eines Familienunternehmen sehen.“ Rusch

Mit einem attraktiven Gesamtpaket punktet die Dachdeckerei Rusch bei Karrierestartern.

Wie reflektieren Sie, ob Ihre Ausbildung up to date ist?

Sutterlüty Wir dürfen uns grundsätzlich zu den innovativen Unternehmen in unserer Branche zählen. Außerdem können wir auf viele gewonnene Lehrlingswettbewerbe verweisen, welt-, bundes- und landesweit. Dies bestätigt unsere Lehrlingsarbeit. Unsere Lehrlinge sind vom ersten Tag an in den kompletten Arbeitsablauf integriert, entsprechend schnell stellt sich ein Lernerfolg ein.

Wie schwer oder einfach ist die Arbeit mit Jugendlichen?

Sutterlüty Ich darf mich – noch – zu den jungen Chefs zählen. Ich denke, ich kann deshalb die Bedürfnisse der Jugendlichen gut verstehen und sie fühlen sich wohl, natürlich auch weil wir ein junges, dynamisches und lässiges Team haben. Eine Begegnung auf Augenhöhe ist vielleicht auch ein gutes Stichwort – in Bezug auf alle Mitarbeiter!

Welche Stärken helfen Ihnen bei Ihrer Ausbildertätigkeit?

Sutterlüty Es ist wichtig, die Potenziale der Lehrlinge zu erkennen, an den Schwächen zu arbeiten und sie gut zu integrieren. Wir sind der Meinung, dass es sich ähnlich verhält wie bei einer Eltern-Kind-Beziehung. Das Vorleben ist auch hier vermutlich wichtiger als viele Worte.

Wie konnten Sie die Coronakrise bisher meistern?

Sutterlüty Wir können nicht von einer Krise sprechen. Unsere Auftragslage ist nach wie vor ungebrochen hoch, wir konnten in dieser Zeit Mitarbeiter sowie – sehr erfreulich – drei neue Lehrlinge für uns gewinnen. Wenn man doch vom Coronalockdown spricht, dann dürfen wir sagen, dass wir es gemeinsam im Team gut gemeistert haben. Wir haben unseren Arbeitsalltag an die Gegebenheiten adaptiert, die Hygienemaßnahmen bestmöglich eingehalten. Wir konnten das wunderbare Dachdeckerwetter im Coronafrühling voll nutzen. Natürlich ist uns hier die Arbeit an der frischen Luft zugutegekommen. Rückblickend sind wir auch in Krisenzeiten „mit Abstand“ das beste Team (lacht).

Die Erwartungshaltung der jungen Mitarbeiter steigt. Was wollen sie?

Sutterlüty Wir stellen fest, dass ein attraktives Gesamtpaket gefordert wird. Eine fundierte Ausbildung, hochwertige Bregenzerwälder Handwerkskunst, ein cooles Team, gute Entlohnung und das ein oder andere Zuckerl. Diese gibt es bei uns etwa in Form von Prämien, freier Freitag, etc.

Welchen Stellenwert haben die Lehrlinge in Ihrem Betrieb?

Sutterlüty Wir vergleichen die Lehrlinge im Betrieb gerne mit den Kindern zuhause. Sie sind die Zukunft. Unsere Facharbeiter und Meister kommen fast zur Gänze aus unserer eigenen Meisterschmiede.

Auf was legt der Lehrlingsausbilder besonderen Wert?

Sutterlüty Auf gesunden „Hausverstand“ – wie man im Bregenzerwald so schön sagt, sowie Interesse und Freude am Handwerk.

Wie binden Sie Eltern mit ein?

Sutterlüty Wir führen bereits vor der Einstellung erste Gespräche, versuchen, regelmäßig Events mit den Familien zu organisieren. Die Mitarbeiter sollen uns nicht als Arbeitgeber, sondern sich selbst als Teil eines Familienunternehmen sehen.

Warum sind Sie ein guter Arbeitgeber?

Sutterlüty Wir wurden nun sechsmal hintereinander ausgezeichnet, das spricht für unsere Arbeit. Ich denke, wir machen einiges richtig und lasse das nun einfach so stehen. MEC

Zur Person

Tobias Sutterlüty

Ausbildung/Laufbahn Doppellehre bei der Fa. Rusch zum Dachdecker und Spengler, Meisterprüfung Dachdecker, Meisterprüfung Spengler, Geschäftsführer Fa. Rusch

Familie verheiratet, 4 Kinder

Hobbys Motocross, Familie

Homepage Firma www.rusch.biz