Zufallsfund bei Sebastiankapelle

Bei der Sanierung von Putzschäden wurden Wandmalereien aus dem 17. Jahrhundert entdeckt.
Kirche Im Zuge der Umgestaltung der Sebastianswiese und der Gestaltung der freigewordenen Grünfläche war vorgesehen, die augenscheinlichen Putzschäden im Sockelbereich der Sebastiankapelle zu sanieren. Doch im Verlaufe der Sanierungsarbeiten kamen zunächst historische Putzoberflächen zutage.
Hl. Rochus und hl. Sebastian
Die Oberflächen wurden in weiterer Folge durch das Bundesdenkmalamt, sowie den Baumeister der Diözese Feldkirch begutachet und anschließend von Restaurator Claudio Bizzarri gesichert. Im Zuge dessen konnte der Fachmann freskale Wandmalereien aus der Mitte des 17. Jahrhunderts freilegen. Die Fresken stellen den heiligen Rochus (Pestwunde am Oberschenkel über dem Knie, Pilgerstab) und den heiligen Sebastian (den Körper durchbohrende Pfeile) dar. Beide Heiligen gelten als Pestheilige, die durch Fürbitte Gläubige vor Seuchen schützen und vor dem Tod bewahren sollen und symbolisieren die Unverletzbarkeit durch die Kraft des Glaubens. Dazu konnte über dem Eingangsportal ein Rundbogen freigelegt werden, der mit einer glatten Putzfläche eine frühere Öffnung in der Wand umrahmte, die dem Alter der ältesten Putzschicht entspricht. Die über die Zeit erhalten gebliebenen Fragmente der Fresken konnten so über die Sommermonate von Restaurator Claudio Bizzarri restauriert und konserviert werden und mit diesen Entdeckungen wurde auch das Interesse an der Erforschung der Kapelle neu geweckt. So laufen derzeit Arbeiten zur Bauforschung samt Dokumentation durch Raimund Rhomberg und Klaus Pfeifer.
Öffnung der Kapelle in Diskussion
Bekannt sind dazu bereits die geschichtlichen Eckdaten der Sebastianskapelle, deren Weiheurkunde aus dem Jahre 1429 stammt. Die Sebastianskapelle enthielt ursprünglich einen Hochaltar, der dem heiligen Sebastian geweiht war und Statuen der heiligen Rochus, Magnus und Sebastian. Nach dem Abbruch des Hochaltars im Jahr 1893 und der Errichtung einer Lourdesgrotte an seiner Stelle wurden die barocken Statuen an der Wand des Kirchschiffes angebracht. Seit dem Jahr 1975 befinden sich diese in der Pfarrkirche St. Luzius im Seitenschiff, wobei ihre Rückführung in die Sebastianskapelle und die Öffnung der Kapelle derzeit in Diskussion steht. MIMA

