Zeitreise durch die Pfarrkirche in Langen

Die Pfarrkirche Langen, erstmals 1541 erwähnt, spiegelt die Jahrhunderte wider.
Langen Die Wurzeln der Pfarrkirche in Langen reichen tief in die Vergangenheit zurück. Ihre Geschichte beginnt im frühen 15. Jahrhundert, als sie noch eine bescheidene Kapelle und Filiale von Bregenz war. Im Jahr 1486 erfolgte der bedeutende Schritt zur Kaplanei, ein Meilenstein auf dem Weg zur Unabhängigkeit. Schließlich erhob die Kirche im Jahr 1565 ihren Status zur Pfarrkirche, was einen entscheidenden Beitrag zur religiösen Identität der Gemeinde leistete.
Wegen eines Streits zwischen dem Gotteshaus in der Au bei Bregenz (Mehrerau) und drei Bauern zu Buch über die Grenzen der Waldung des genannten Gotteshauses, wurde am 26. Juli 1697 eine Darstellung des strittigen Bereiches vorgenommen. Dabei wurden auf der „Hinder Tobler Seite“ Häuser „zu Helin und Reicharten“ sowie die „Pfarrkirche zu Langen“ schematisch eingezeichnet. Die gezeichnete Kirche trägt Baumerkmale, die an einen gotischen Vorgängerbau erinnern. Ihr Turm weist ein Satteldach als Abschluss auf. In ähnlicher Weise stellte Leonhard Fink aus Sulzberg in einer Schulsprengeldarstellung, datiert mit 1812, die Langener Kirche mit dem Satteldachabschluss dar.
Sterne fielen vom Himmel
Der Bau der heutigen Pfarrkirche begann 1838 mit dem Langhaus und markierte einen weiteren Wendepunkt. Die Vorhalle und der majestätische Nordturm verleihen dem Sakralbau eine imposante Präsenz, während die südlich an den Chor angebaute Sakristei das Gesamtbild vervollständigt. Unter dem rührigen Pfarrer Michael Muxel wurde die Kirche in der Zeit von August 1857 bis Juli 1859 um 23 Schuh (7 Meter) verlängert.
Es erfolgten die Anhebung der flachgewölbten Decke, die Erweiterung des Friedhofs und ein Anbau südseitig für eine neue Sakristei. 1872 wurde die ganze Kirche innen von Dekorator Oswald aus Kennelbach ausgemalt, musste jedoch 1896 erneut ausgemalt werden, da das Blau des Sternenhimmels an der Decke des Chores nicht gefiel. Man übermalte das alte Blau, aber dann löste sich zum Entsetzen des Pfarrers Heinrich – die zweite Malerei. Gerade am 1. Adventsonntag, als das betreffende Evangelium verlesen wurde, schälten sich die Teilchen – und „die Sterne fielen vom Himmel“.
Künstlerische Darstellungen
Im Inneren der Kirche präsentiert sich eine beeindruckende Sammlung religiöser Kunst. Der Chor schmückt sich mit Fresken, die das Lamm Gottes, die vier Kirchenväter, den Heiligen Geist, das Abendmahl, die sieben Sakramente sowie die Apostel Petrus und Paulus darstellen. Jakob Bertle, ein Künstler des 19. Jahrhunderts, verewigte die Auferstehung Christi im Langhaus und schuf Gemälde von Moses, Christus und Matthäus an der Kanzel. Die Kunstfertigkeit von Alois Reich manifestiert sich in den Figuren der Maria mit Kind und dem Herz Jesu.
Christian Moosbrugger, ein Bildhauer schuf 1965 Reliefs wie König David, Christkönig und die heilige Cäcilia, die die Emporenbrüstung zieren, sowie das Relief des heiligen Johannes Evangelist am Ambo. Die beeindruckende Kommunionsbank basiert auf einem Entwurf von Kaspar Albrecht, während die Portalreliefs von Anton Egender stammen. Die prachtvolle Orgel, erschaffen von Anton Behmann im Jahr 1892, füllt den Kirchenraum mit harmonischem Klang. An der Langhauswand erinnert eine Gedenktafel aus dem Jahr 1926 an den Trappistenabt Franz Pfanner, ein Werk von Alois Reich. Das Kriegerdenkmal nördlich der Kirche, gestaltet von Bildhauer P. Pifrader, zeugt von der Opferbereitschaft derer, die ihr Leben für das Gemeinwohl einsetzten. MEC
