Bluatschink und Bilgeri rockten Oho Vorarlberg

Zum 30-Jahr-Jubiläum der Kultband zog Toni Knittel alle Register.
imst Dreimal wurden die Fans vertröstet – wegen Corona musste das Jubiläumskonzert 30 Jahre Bluatschink dreimal verschoben werden: Vom Frühjahr 2020 zunächst in den Herbst, dann auf Frühjahr 2021 – geklappt hat es dann erst Ende August. Doch die Fans der Lechtaler Kultband nahmen diese Geduldprobe gerne in Kauf und feierten „Bluatschink und Freunde“ in einem denkwürdigen Konzert in der Glenthof-Eventhalle Imst.
Es begann am 6. 6. 1990
Eingestimmt wurde das Publikum mit einem Bilderbogen auf Großleinwand über 30 Jahre Bandgeschichte – für die Fans eine nostalgische Zeitreise durch Hunderte Konzerte. Und jedes Bild weckte Erinnerungen, die mit den Bluatschink-Auftritten zwischen Boden- und Neusiedlersee verbunden sind.
Dabei war die Gründung des Duos Bluatschink alles andere als geplant. Toni Knittel, der sich mit großem Engagement für den Erhalt der Wildflusslandschaft Lech engagierte, initiierte als Obmann der Initiative „Arbeitskreis Lebensraum Lechtal“ gemeinsam mit dem WWF Österreich am 6. Juni 1990 einen Infoabend. Zum Abschluss der Veranstaltung leistete er seinen Beitrag, den er in eigens für diesen Anlass geschriebene Lieder verpackte. Peter Kaufmann unterstützte ihn mit der Gitarre und mit den beiden völlig unterschiedlichen Liedern, dem kampfeslustigen Bluatschink und dem besinnlichen Haschreck traf er nicht nur den Nerv seiner Zuhörer, sondern leitete maßgeblich einen Meinungsumschwung ein. Das Fabelwesen aus dem Lech und die kleine Heuschrecke wurden zum Symbol und ein Signal. Die Kraftwerkspläne wurden am Ende verworfen, heute sind mehr als 4000 Hektar entlang des Lechs unter Schutz.
Die beiden Lieder des Duos, das sich seit diesem Abend Bluatschink nannte, bildeten aber auch die Plattform für einen Blitzstart in die erfolgreiche Musikerkarriere. Knittel hatte erkannt, dass Musik als ein ideales Transportmittel für Ideen, Ideale, Gefühle, Spaß aber auch ernste Themen genützt werden kann – auch oder gerade für die jüngsten Fans.
Von Peter zu Margit
17 Jahre war es das Duo Toni und Peter. Nach Hunderten Konzerten schied Peter Kaufmann aus und orientierte sich neu. Toni Knittel machte zunächst solo weiter. Nur kurz, denn Gattin Margit, die schon viele Jahre im Studio dabei war, übernahm bald auch auf der Bühne die Partnerrolle für den Bluatschink, der seine Erfolgsgeschichte fortsetzte. Zum Jubiläum durfte Peter Kaufmann freilich nicht fehlen, der u. a. mit dem legendären Schalele Kaffee in die Pause einlud.
Weggefährten gratulierten
Bluatschink überzeugte bald auch als Vorgruppe „großer“ Bands und Solisten – und dabei wurden viele Freundschaften geknüpft. Einige dieser Weggefährten kamen auch zum Jubiläumskonzert.
Begeisterter Rock-Professor
Für eines der vielen Highlights des Abends sorgte Rock-Professor Reinhold Bilgeri, der schon viel erlebt hat, der aber „von diesem Arrangement mit Klassik-Musikern einfach nur begeistert war“. Mit seinem Hit „Video Life“ riss er das Publikum mit und brachte die Halle zum Brodeln, als er gemeinsam mit Toni Knittel das legendäre Oho Vorarlberg präsentierte.
Sehr zur Freude der zahlreichen Vorarlberger Fans in der Imster Halle trug auch der Ex-Holstuonar Johannes Bär mit Blasinstrumenten und dem Alphorn bei. „Das hat dem großartigen Konzert noch die Krone aufgesetzt“, so Conny, Brigitte und Michi – 1995/96 Gründungsmitglieder der Schollesteacher-Garde und Bluatschink-Fans seit den ersten Konzerten im Hofsteigsaal in den frühen 1990er-Jahren. Aber auch aus dem Osten Österreichs angereiste Gäste kamen auf ihre Kosten, denn auch Urgesteine der Seer – Sabine Sassy Holzinger, Astrid Wirtenberger und Alfred Jaklitsch kamen nach Imst. Auf der Gästeliste stand auch STS-Schiffkowitz, der aus gesundheitlichen Gründen absagen musste. Stattdessen interpretierte die All-Star-Band „Da kummt die Sun“.
Den Hut draufhauen . . .
. . . bedeutet bei Knittel nicht, dass Schluss ist – im Gegenteil: wenn er seinen schwarzen Hut – seit dem Bluatschink-Musical „Kaspar und die Wilderer“ sein Markenzeichen – aufsetzt (draufhaut), dann geht es rund im Finale. Mit „Tirol, starkes Land“ und vielen Klassikern – vom All-Star-Chor und Publikum mitgesungen. STP
