Violin- und Klaviersonaten im Fokus

Kultur / 15.04.2026 • 12:38 Uhr
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Die Besucher des kommenden Meisterkonzerts erwartet ein wunderschönes Bühnenbild
der Vorarlberger Künstlerin Claudia Larcher.Judith Reichart

Duo-Rezital mit Lisa Batiashvili und Giorgi Gigashvili im Festspielhaus Bregenz.

Bregenz Im Rahmen der Bregenzer Meisterkonzerte findet am Samstag, 18. April 2026, im Festspielhaus Bregenz ein Duo-Rezital statt, wo mit Lisa Batiashvili und Giorgi Gigashvili zwei Künstler aufeinandertreffen, deren musikalische Herkunft zwar dieselbe ist, deren künstlerische Profile jedoch in ihrer Unterschiedlichkeit ein Spannungsfeld eröffnen, das für die Kammermusik von besonderer Intensität ist.

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Giorgi Gigashvili gab Anfang März ein umjubeltes Konzert im Rahmen von Dornbirn Klassik.Jo Bogaerts

Lisa Batiashvili, geboren 1979 in Tiflis, zählt seit vielen Jahren zu den prägenden Persönlichkeiten der internationalen Violinwelt, eine Geigerin, deren Spiel durch eine selten gewordene Verbindung von technischer Souveränität, stilistischer Klarheit und einer unaufdringlichen, doch stets spürbaren gestalterischen Reife bestimmt ist, die ihre Interpretationen jenseits bloßer Virtuosität verortet.

Violin- und Klaviersonaten im Fokus
Lisa Batiashvili konnte bereits im Jahr 2023 das Bregenzer Publikum begeistern.Udo Mittelberger

Früh als Ausnahmetalent erkannt, führte ihr Weg rasch auf die großen Podien Europas und Amerikas, wo sie mit Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, dem New York Philharmonic oder dem Royal Concertgebouw Orchestra regelmäßig zusammenarbeitet und dabei ein Repertoire pflegt, das sich nicht auf die großen klassischen Werke beschränkt, sondern bewusst auch zeitgenössische Positionen integriert.

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Lisa Batiashvili ist seit vielen Jahren eine der prägenden Persönlichkeiten der internationalen Violinwelt.Christ Singer

An ihrer Seite steht mit Giorgi Gigashvili ein Pianist, der trotz seines jungen Alters bereits eine bemerkenswerte künstlerische Eigenständigkeit entwickelt hat, deren Ursprung nicht zuletzt in einem ungewöhnlichen Zugang zur Musik liegt, der sich aus der Verbindung von klassischem Klavierspiel, Gesang und der intensiven Auseinandersetzung mit georgischer Volksmusik speist. Geboren im Jahr 2000, fand er vergleichsweise spät zum Instrument, entwickelte jedoch in kurzer Zeit eine Präsenz, die ihn auf internationale Bühnen führte und ihm auch in Vorarlberg bereits große Aufmerksamkeit einbrachte, etwa bei seinem vielbeachteten Auftritt im Rahmen von Dornbirn Klassik. Das Programm des Abends ist als musikalische Reise durch die Geschichte der Violinsonate konzipiert, wobei der Bogen von der klassischen Klarheit bis in die Gegenwart gespannt wird. Den Auftakt bildet Ludwig van Beethovens Sonate Nr. 3 in Es-Dur op. 12 Nr. 3, ein Werk, das bereits jene dialogische Gleichberechtigung zwischen Violine und Klavier etabliert, die das Genre entscheidend prägen sollte.

Zwischen Tradition und Gegenwart

Einen deutlichen Gegenpol dazu setzt Sergej Prokofjews Sonate Nr. 1 in f-Moll op. 80, deren Entstehungszeit zwischen 1938 und 1946 von politischer Bedrängnis geprägt war und deren musikalische Sprache von scharfen Kontrasten, eruptiven Gesten und einer dunklen, bisweilen bedrückenden Grundstimmung durchzogen ist. Mit einem neuen Werk von Josef Bardanashvili tritt schließlich die Gegenwart hinzu, wodurch das Programm eine zusätzliche Perspektive erhält, die das klassische Format der Violinsonate in heutige Ausdrucksformen überführt und zugleich die Verbindung zwischen Tradition und Gegenwart hörbar macht. Den Abschluss bildet César Francks Sonate in A-Dur, ein Werk von großer formaler Geschlossenheit und melodischer Weite, dessen zyklische Anlage eine enge Verflechtung der Sätze ermöglicht und dessen musikalischer Verlauf von einer stetigen Verdichtung getragen wird, die in einem leuchtenden Finale kulminiert.

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Am Freitag, 8. Mai 2026, folgt im Rahmen der Meisterkonzerte ein Zusatzprogramm unter dem Titel „Klangbilder. Die Orgel im Fokus“.
Austragungsort ist die Pfarrkirche St. Gallus in Bregenz, Beginn ist um 18.30 Uhr.
Der Organist Jeremy Joseph präsentiert ein stilistisch breit gefächertes Programm von Muffat, Bach, Mozart, Brahms und Mendelssohn.