Die Schmetterlinge flattern lassen

HE_Brege / 26.05.2021 • 10:53 Uhr
Schmetterlinge faszinieren nicht nur Kinder. Sie werten auch jeden Garten auf.SHUTTERSTOCK
Schmetterlinge faszinieren nicht nur Kinder. Sie werten auch jeden Garten auf.SHUTTERSTOCK

Tipps zur Förderung von Schmetterlingen am Fensterbrett, Balkon und im Garten.

Garten Schmetterlinge sind neben den Bienen wichtige Pflanzenbestäuber. Sie wecken viele positive Assoziationen, stehen für den Sommer, die Freiheit und auch für Veränderung. Durch die Metamorphose wird aus der Raupe zuerst eine Puppe und danach der bunte Schmetterling. In Österreich gibt es etwa 4000 Schmetterlingsarten, davon gehört der Großteil zu den Nachtfaltern. Mehr als die Hälfte aller Arten ist gefährdet. „Schmetterlinge brauchen in allen Lebensstadien Schutz und Förderung. Große Pflanzenvielfalt und biologisches Gärtnern ohne chemische Keule sorgen für Lebensräume und faszinierende Schmetterlingsbeobachtungen“, weiß Sophie Jäger Katzmann, Gartenexpertin bei „Die Umweltberatung“ aus eigener Erfahrung.

Auf die Raupen achten

Schmetterlinge selbst leben oft nur sehr kurz, gerade mal für die Fortpflanzung, hingegen dauert das Raupen- oder Puppenstadium viel länger an. Wer mehr Schmetterlinge will, muss auch die Raupen schützen. Leider ist es nicht so wie im Kinderbuch „Die kleine Raupe Nimmersatt“, dass die Raupe alles frisst, das sie findet. Viele Raupen sind auf ganz bestimmte Pflanzen angewiesen. Schlehe, Brombeere und Himbeere bieten den Raupen von mehreren Tag- und Nachtfaltern Nahrung. Sie sind zum Beispiel wichtige Futterpflanzen für Raupen des Segel- und Zitronenfalters. Diese Pflanzen können auch in großen Töpfen auf dem Balkon gezogen werden. Brennnesseln im Garten sind für die Raupen von über 50 Schmetterlingsarten wie Tagpfauenauge, Distelfalter und Admiral ein gefundenes Fressen.

Pflanzen fürs Fensterbrett

Blühende Gewürzpflanzen wie Dill, Thymian oder Lavendel sind für Schmetterlinge attraktiv und bringen zusätzlich Aroma in die Küche. Beliebt sind auch heimische Wildpflanzen, zum Beispiel Storchschnabel, Blutweiderich und Natternkopf. Kräuter und Wildpflanzen wachsen auch in Blumenkisten, Kübeln oder Pflanzgefäßen auf der Terrasse. Wenn ein weniger genutzter Teil des Gartens nur zwei- oder dreimal im Jahr gemäht wird, können sich dort Schmetterlingsraupen und eine Vielfalt an Pflanzen und Tieren entwickeln. Beim Mähen sollte deshalb abwechselnd immer nur ein Teil der Fläche gemäht werden und im anderen Teil hohes Gras stehen gelassen werden. Gebüsch, Holz- und Reisighaufen schützen vor Wind und Wetter und bieten einen sicheren Ort für die Verpuppung.

Auf einer bunten, ungedüngten Blumenwiese wächst eine Vielzahl verschiedener Blumen, Kräuter und Gräser. Dort leben bis zu 50 Schmetterlingsarten, auf eintönigen Rasenflächen hingegen höchstens drei. Der größte heimische Nachtfalter, das Wiener Nachtpfauenauge, wird z.B. durch ungespritzte Obstbäume gefördert. Gerade für die Nachfalter spielt die Beleuchtung eine große Rolle – je weniger, desto besser! Denn das Licht irritiert sie und bringt vielen Nachtfaltern den Tod. Die Beleuchtung sollte nicht nach oben, sondern immer zum Boden gerichtet sein. Bewegungsmelder sorgen dafür, dass das Licht nur dann brennt, wenn es nötig ist. Möglichst wenig Beleuchtung schont sämtliche nachtaktiven Tiere und bringt den Menschen besseren Schlaf.

Schmetterlingsgarten

Auf dem Poster „Schmetterlinge – Zauber der Natur“ sind 28 Schmetterlingsarten abgebildet – vom Admiral bis zum Waldportier. Das Poster regt zu Naturbeobachtungen und zur schmetterlingsfreundlichen Gestaltung und Pflege von Garten, Balkon und Terrasse an. Kostenloser Download und Bestellung gegen Versandkosten auf www.umweltberatung.at/schmetterlingsposter

DIE UMWELTBERATUNG gibt auch im Infoblatt „Wege zum Schmetterlingsparadies“ Tipps zur Förderung von Schmetterlingen im Garten: www.umweltberatung.at/wege-zum-schmetterlingsparadies