Wälder überzeugen mit Innovationen

HE_Brege / 21.10.2020 • 14:33 Uhr
Die Preise wurden im kleinen Kreis im Festspielhaus übergeben.u. Mittelberger
Die Preise wurden im kleinen Kreis im Festspielhaus übergeben.u. Mittelberger

Tourismus-Auszeichnungen für Betriebe in Bezau, Bizau und Schwarzenberg.

Bregenz Vorzeigeprojekte aus der heimischen Tourismusbranche zeichnete Vorarlberg Tourismus im Festspielhaus Bregenz mit Innovationspreisen aus: Die Hauptpreise gingen im Bezirk Bregenz an Bodensee-Vorarlberg Tourismus und das Hotel Gams.

Anerkennungen erhielten das Hotel Gasthof Hirschen in Schwarzenberg, das Biohotel Schwanen in Bizau, das Hotel Post Bezau by Susanne Kaufmann sowie witus & Bezau Tourismus.

Kreative Gastgeber

Erstmals vergab Vorarlberg Tourismus die begehrten „tourismus-innovationen“ im kleinen Kreis mit den Preisträgern. Der gewohnte Rahmen – das alljährliche Tourismusforum im Juni – wurde aus bekannten Gründen abgesagt. Damit verlängerte sich die Einreichfrist. „Viele haben die Chance genutzt, Projekte einzureichen, die sie während der Pandemie entwickelt haben. Sie sind der beste Beweis, wie kreativ die heimischen Gastgeber und Unternehmer der Krise begegnen“, freut sich Brigitte Plemel von Vorarlberg Tourismus.

Netzwerk aus Kultur & Tourismus

Bodensee-Vorarlberg Tourismus schuf mit dem Vorarlberger Kulturpicknick ein coronagerechtes Format für Freiluftveranstaltungen. Zum Gesamtpaket, das Veranstalter übernehmen können, gehören eine App zur Anmeldung und Kommunikation mit Besuchern, Picknickdecken und Proviant. Der Jury war es einen Hauptpreis wert.

Besonderer Treffpunkt

Einen Hauptpreis erhielt auch das Hotel Gams für die Vinothek GAMS 1648. Das Stammhaus aus jenem Jahr ließ das Gastgeberpaar vom Keller bis in den vierten Stock öffnen. Hier findet sich nun eine Gaststätte. Ergänzt wird das Konzept durch die Blumenwerkstatt und einen Laden.

Kreativ aus der Krise

Einen neuen Treffpunkt kreierte der Verein witus gemeinsam mit Bezau Tourismus. Die Idee für die Flaniermeile Bezau „komm mit nach draußen“ entstand im Frühjahr, als die Pandemie den Betrieben wirtschaftlich besonders stark zusetzte. Zudem bestand der Wunsch nach Einkaufsmöglichkeiten und Flaniermeilen. Jeden Samstag im Juni und Juli nutzen Gastro- und Handelsbetriebe ihre Vor- und Parkplätze für Sitzmöglichkeiten und Stände. Dafür gab es einen Anerkennungspreis.

Fünf imaginäre Restaurants

Not macht erfinderisch – das bewies auch Peter Fetz, Hausherr im Hotel Gasthof Hirschen in Schwarzenberg, während des Lockdowns. Seine Antwort auf die Reisebeschränkungen war das mit einem Anerkennungspreis bedachte „Gasthaus zum Fernweh“: Dieses konnten Einheimische und Gäste aus dem Nahraum in fünf imaginären Restaurants stillen. Kulinarisch ging’s – mit regionalen Zutaten – nach Japan, Italien, Frankreich und Mexiko. Am Samstag stand die Vorarlberger Küche auf dem „Carte Blanche Menü“. Das Haus gewann neue Gäste und behielt alle Mitarbeiter, die zudem die Chance hatten, Neues auszuprobieren.

Kontaktlos und elegant speisen

Kreativ reagierte auch Emanuel Moosbrugger auf die Krise. Der Inhaber des Biohotels Schwanen in Bizau entwickelte gemeinsam mit einem Linzer Designstudio und der Holzwerkstatt Markus Faißt, Hittisau, das Servicetool ALMA. Auf dem 1,20 Meter langen Board werden die Teller für mehrere Personen auf einen Tisch geschoben und wieder abserviert – eine kontaktlose und dennoch elegante Art des Service. „Der Gastgeber hat ein Problem qualitativ und gestalterisch hochwertig gelöst und ermöglicht zugleich ein Essen im ‚familiy style‘ aus der Tischmitte.“ Der Erfindergeist war der Jury eine Anerkennung wert.

Konsequent nachhaltig

Einen Anerkennungspreis gab es auch für das Hotel Post Bezau by Susanne Kaufmann für das Nachhaltigkeitskonzept, das Gäste aktiv einbezieht und auf Reduktion setzt – insbesondere in der Küche: 85 Prozent des Gemüses stammt aus dem eigenen Garten, bei Fleischgerichten gilt der „Nose-to-Tail“-Ansatz. Die kleine Speisekarte und Vorauswahl der Abendmenüs reduzieren die Lebensmittelverwendung. Reinigungsmittel sind abbaubar, Müll, Transportwege und Verpackungen werden konsequent reduziert. Mindestaufenthalte von drei Nächten, À-la-carte-Frühstück und Verzicht auf Einwegprodukte unterstützen das Konzept.