Rotes Kreuz und ÖGK streiten um Geld

Grund sind die massiv gestiegenen Krankentransporte. Vertragskündigung droht.
Dornbirn, Feldkirch Zwischen ÖGK-Landesstelle und dem Roten Kreuz Vorarlberg hängt der Haussegen schief. Grund sind die stockenden Verhandlungen um höhere Tarife für die massiv gestiegenen Krankentransporte. Sogar eine Vertragskündigung durch die Blaulichtorganisation steht im Raum, wie ÖGK-Landesstellenvorsitzender Christoph Jenny auf VN-Nachfrage bestätigte. Das wäre auch das Ende des derzeit praktizierten Direktverrechnungssystems.
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Die Patienten müssten die Kosten selbst tragen. Die ÖGK würde nach Rechnungsvorlage einen Kostenersatz leisten. In Rotkreuz-Kreisen gibt man sich noch bedeckt. Zu erfahren war nur, dass trotz aller Schwierigkeiten weiterhin auf eine gute Lösung im Sinne der Patienten gehofft werde. „Daran ist auch der ÖGK gelegen“, betont Jenny. Fakt ist aber, das Rote Kreuz kann keinen Krankentransport ablehnen, wenn ein Verordnungsschein vorliegt. Von der Finanzierungsfrage nicht betroffen sind die Rettungstransporte.
Hohe Forderung
Es ist Feuer am Dach. Das Rote Kreuz fährt bei Patiententransporten nicht mehr kostendeckend und will, wie der ÖGK mitgeteilt wurde, keine Spenden mehr zur Abdeckung einsetzen. Verlangt wird demnach eine Angleichung des Beförderungstarifs an jenen anderer Bundesländer. So bezahlt etwa das Burgenland 62 Euro, Vorarlberg aktuell durchschnittlich 30 Euro. Laut Christoph Jenny ist die Pauschale aber jährlich valorisiert worden. Das schlug sich mit knapp drei Millionen Euro zu Buche. Die vom Roten Kreuz geforderte Erhöhung würde 2023 einer Kostensteigerung auf 6,4 Millionen Euro gleichkommen. „120 Prozent, das hat uns dann doch einigermaßen überrascht“, sagt Jenny.
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Geld aus dem Innovationsfonds
Hinter dem Arlberg sind die Verträge zwischen den Rettungsorganisationen und der ÖGK bereits in trockenen Tüchern. Die Anhebung der Tarife betrug plus acht Prozent. Das Angebot der ÖGK in Vorarlberg liegt bei plus 20 Prozent. „Dazu haben wir noch 500.000 Euro aus dem Innovationsfonds in Aussicht gestellt. Die ÖGK bewegt sich also schon“, stellt Jenny fest. Er betont aber auch, dass man nicht an einer Patientenlenkung vorbeikomme. „Am liebsten über positive Anreize“, bemerkt er noch. Doch das gehe nur gemeinsam. Wie stark die Rettungs- und Krankentransporte zunehmen, belegt die Statistik. 2017 waren es 118.000, für heuer werden 160.000 prognostiziert, und 2027 wird schon mit 190.000 solcher Fahrten gerechnet, wobei der größte Teil auf Patiententransporte entfällt.
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Wenig Potenzial Die Neos brachten das Problem übrigens bereits im Frühjahr im Rahmen einer Anfrage an Landeshauptmann Markus Wallner und Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher aufs Tapet. In der Antwort wird unter anderem das Potenzial an beeinflussbaren Fahrten als sehr gering eingestuft. Das unterstrich damals auch die Ärztekammer in einer Mitteilung an das Land. Im Hinblick auf die stetige Bevölkerungszunahme, die demografische Entwicklung und die wachsenden Patientenbegehrlichkeiten scheine eine signifikante Reduktion der Ambulanztransporte unrealistisch. Die ÖGK berichtete unter anderem an das Land: Ob eine ärztliche Transportanweisung ausgestellt wird, kann von der ÖGK grundsätzlich nicht beeinflusst werden, dies ist eine medizinische Entscheidung der jeweiligen verordnenden Stelle.
