Marlies Mohr

Kommentar

Marlies Mohr

Hoffnung

Gesund / 10.12.2021 • 10:50 Uhr

Wie Sie aus meinen Kolumnen wissen, bin ich sehr gerne draußen, und das nicht nur, weil mein Hund seinen Auslauf braucht. Ich mag es, in Bewegung zu sein. Ich mag es, das Spiel der Wolken zu beobachten, dem Rauschen des Windes zu lauschen oder zuzusehen, wie die Sonne den Himmel einfärbt, ihn manchmal sogar zum Brennen bringt. Das ist Genuss pur in der ersten Reihe, und dazu braucht es keine zugewiesenen Sitzplätze.

Derzeit bin ich am liebsten abends unterwegs. Der Morgen nimmt zu schnell den Schleier von der Nacht. Obwohl: Als ich dieser Tage nach dem großen Schneefall meine erste Runde drehte, spielte ich ein bisschen „Bäumchen schüttle dich und rüttle dich“. Gold und Silber warf keines ab, dafür das viele Weiß, das sie zu Boden gedrückt hatte. Es war ein bisschen wie damals. Es mag vielleicht kindisch klingen, aber es sorgte für Leichtigkeit, machte einfach Spaß, und was gibt es Schöneres, als den Tag damit zu beginnen. Doch zurück zum eigentlichen Thema. Derzeit ist es besonders anheimelnd, bei Dunkelheit spazieren zu gehen, denn überall bringen wieder Lichterketten ein bisschen Helligkeit ins Leben. Die Freude, Häuser, Sträucher, Bäume und was sonst noch herumsteht, zum Leuchten zu bringen, konnte uns die Pandemie nicht nehmen. Aus manchen Stuben lugt sogar schon der Christbaum. Prächtig geschmückt und strahlend.

Das ist gut so. Licht bedeutet nämlich Hoffnung, auch wenn jenes am Ende des Tunnels immer noch nur die Größe eines Glühwürmchens hat. Doch wer die Hoffnung verliert, hat schon verloren. Was also bleibt als Weihnachtswunsch? Dass auch den Uneinsichtigsten bald ein Licht aufgehen möge.

Marlies Mohr

marlies.mohr@vn.at

05572 501-385