Extraschutz für die Augen

Gesund / 05.02.2021 • 10:59 Uhr
Der Schnee hat auch dunklen, Seiten, auf die es zu achten gilt.
Der Schnee hat auch dunklen, Seiten, auf die es zu achten gilt.

UV-Schutz ist ein unabdingbares Muss bei Aufenthalten im Freien.

Bludenz Die Semesterferien kommen: eine verdiente Pause nach einem schwierigen Homeschooling-Semester. Obwohl Skiurlaube dieses Jahr zum größten Teil ausfallen, werden mehr Menschen die Zeit für Ausflüge ins Freie nutzen. Schnee, Wind und Wetter und nicht zuletzt die Maskenpflicht setzen dabei den Augen ordentlich zu. „Für die Augen sind die Ausflüge im Winter eine anstrengende und zuweilen gefährliche Angelegenheit“, sagt Simon Bitsche, Landesinnungsmeister der Augen- und Kontaktlinsenoptiker, und ergänzt: „Man kann ihnen die Arbeit aber ein wenig erleichtern.“

Die wichtigsten Regeln

» Liegt Schnee, muss ein UV-Filter her! Das wissen die wenigsten: Eine Neuschneedecke reflektiert ca. 80 Prozent der Sonnenstrahlen und somit auch der UV-Strahlen. Je höher oben am Berg man sich befindet, desto gefährlicher wird es: Die UV-Belastung steigt um 10 Prozent je 1000 Höhenmeter. Bitsche: „Das ist für die Augen nicht nur ein Problem, weil die Strahlung zu einer temporären Schneeblindheit führen kann. Andere Teile des Auges können ebenfalls beschädigt werden, wie die Netzhaut und die Linse.“ Letztendlich kann das zu Folgeschäden wie Grauem Star oder Makuladegeneration führen. Deswegen ist es wichtig, bei Schnee und Bewölkung immer Sonnenbrillen oder Gletscherbrillen mit der Bezeichnung „UV 400“ oder „100 Prozent UV-Schutz“ zu tragen.

» Sonneneinstrahlung blendet. „Neben UV-Strahlung ist auch das subjektive Blendgefühl ein Thema. Wer dieses reduziert, strengt nicht nur die Augen weniger an, sondern senkt auch die Unfallgefahr im Wintersport“, erklärt der Landesinnungsmeister. Die generelle Lichtdurchlässigkeit wird bei Brillen mit den Kategorien 1 bis 4 bezeichnet. Für Schneetage wird mindestens Kategorie 3 empfohlen. „Die Blendung lässt sich mithilfe eines Polarisationsfilters gut in den Griff bekommen. Allerdings ist dieser beim Skifahren nicht ideal, weil man damit eisige Stellen auf der Piste nicht erkennt“, warnt Bitsche.

» Feuchtes Klima. Trockene Winter- und Heizungsluft, aber auch der Fahrtwind, etwa beim Skifahren, belasten die Augen. Oft erleichtert es schon, ausreichend zu trinken und in den Innenräumen etwa mithilfe von Luftbefeuchtern ein angenehmeres Klima zu schaffen. Sind die Augen dennoch zu trocken, helfen Nachbenetzungstropfen. Da eine solche Augenempfindlichkeit aber unterschiedliche Ursachen haben kann, empfiehlt sich eine Beratung beim Fachoptiker, um die geeigneten Nachbenetzungstropfen zu finden.

» Kontaktlinsen mit UV-Schutz. „Manche Menschen, die eine Sehkorrektur brauchen, empfinden Kontaktlinsen als angenehmer. Kontaktlinsen mit UV-Schutz sind für Schneetage eine gute Möglichkeit. Allerdings sollte man sie mit einer Sonnenbrille kombinieren, da sie nicht das gesamte Auge abdecken“, lautet die dringende Empfehlung des Experten.

» Masken-assoziiertes Trockenes Auge (MATA) ist in Corona­zeiten zu einem Begriff und einem ebenso lästigen Phänomen geworden. Die Atemluft entweicht nach oben durch die Maske und streift über die Augen; diese trocknen aus. „Hier hilft vor allem der gute Sitz der Maske. Dieser verhindert auch, dass die Brille anläuft“, sagt Simon Bitsche. Gegen das Anlaufen helfen aber auch Brillensprays.

Im Gebirge darf die Reflexionskraft keinesfalls unterschätzt werden. pexels, evileye
Im Gebirge darf die Reflexionskraft keinesfalls unterschätzt werden. pexels, evileye