„Stimmen Sie Ihr Kind positiv auf die Schule ein“

Der heurige Schulstart ist für viele Schüler auch der erste Versuch einer Rückkehr in die „Normalität“. Rat auf Draht gibt Tipps.
Schwarzach Die Ferien neigen sich dem Ende zu, der Schulstart steht unmittelbar bevor. Bildungsminister Heinz Faßmann versprach zwar einen „Normalbetrieb“, doch „normal“ fühlt sich der Schulbeginn für viele Kinder und Jugendliche heuer wohl nicht an. „Der diesjährige Schulbeginn ist mit besonders vielen Unsicherheiten verbunden. Nach dem turbulenten Corona-Semester und neun Wochen Ferien gilt es nun, den familiären Alltag neu zu organisieren und zu einer neuen Stabilität zu finden“, sagt Birgit Satke, Leiterin von Rat auf Draht. „Eine gute Vorbereitung hilft, damit der Wiedereinstieg ins neue Schuljahr reibungslos klappt.“
Ängste nehmen
Welche neuen Regeln gelten in der Schule? Was, wenn es zu neuerlichen Schulschließungen kommt? Die Verunsicherung bei den Schülern im Corona-Herbst ist laut Satke groß. Sie rät: Reden Sie mit Ihrem Kind und versuchen Sie so weit wie möglich für Klarheit zu sorgen. Verfolgen Sie gemeinsam die Nachrichten und besprechen Sie die offiziellen Regelungen und Hygienemaßnahmen an der Schule. Machen Sie Ihrem Kind klar, dass offizielle Stellen für die Sicherheit in der Schule zuständig sind.
Positives Einstimmen
„Stimmen Sie Ihr Kind positiv auf die Schule ein, indem Sie den Fokus auf die schönen Aspekte legen, zum Beispiel Freunde und Freundinnen wiederzusehen und Interessantes zu lernen“, fährt die Rat-auf-Draht-Leiterin fort. Die letzten Ferientage sollten dazu genutzt werden, nochmal einen Blick in die Hefte des vergangenen Schuljahres zu werfen. Gerade nach dem teils chaotischen letzten Semester machen sich Kinder Sorgen, nicht mehr mithalten zu können. Wer sich die wichtigsten Schwerpunkte in Erinnerung ruft, hat einen besseren Start und verhindert, gleich am Anfang den Anschluss zu verlieren oder sich überfordert zu fühlen.
Tagesrhythmus finden
Birgit Satke empfiehlt: „Passen Sie den Tagesablauf Ihrer Familie langsam wieder an das Schulleben an. Achten Sie darauf, wie viel Schlaf Ihr Kind braucht, um in der Früh ausgeschlafen zu sein, und richten Sie die Bettgehenszeit danach aus. Für den Morgen sollte ausreichend Zeit eingeplant werden. Optimal ist ein gemeinsames Frühstück, bei dem der neue Tag besprochen werden kann.“
Leistungsdruck vermeiden
Eltern sollten keinen Erfolgsdruck auf ihr Kind ausüben und die positive Leistungen loben. Eine längere Eingewöhnungsphase sei unter den gegebenen Umständen normal, sagt Satke und betont: „Sollten Sie Schwierigkeiten bemerken, reden Sie mit Ihrem Kind darüber und bieten Sie Hilfe an. Auch ein Gespräch mit der Lehrerin oder dem Lehrer kann helfen, die schulischen Probleme des Kindes besser zu verstehen. Auf jeden Fall sollte Ihr Kind wissen, dass Sie als Elternteil hinter ihm stehen, unabhängig von Schulnoten.“
Zeit für Erholung
Manche Kinder erledigen ihre Hausaufgaben sofort, wenn sie nach Hause kommen, andere brauchen erst eine Pause. Wichtig sei, dass genügend Zeit für Erholung bleibt, betont Rat auf Draht: „Kinder brauchen Zeit, um die Geschehnisse in der Schule zu verarbeiten und sich zu regenerieren. Achten Sie darauf, ob Ihr Kind direkt nach der Schule die nötige Energie und Konzentration für die Hausübung hat. Wenn es zu unruhig ist, klappt es nach ein bisschen Spielen und Abschalten vielleicht besser.“
Rat auf Draht ist unter der Notrufnummer 147 rund um die Uhr aus ganz Österreich erreichbar. Der Anruf kostet nichts und ist anonym.