(K)Ein Ding von Super-Mann

Gesundheitsbewusstsein scheint nach wie vor nicht ganz so männlich zu sein.
Schwarzach Männer und Gesundheitsbewusstsein, das ist ein Thema für sich. Nach wie vor gilt das starke Geschlecht als schwacher Vorsorger, jedenfalls, wenn es um das physische oder psychische Wohlbefinden geht. So ist es Fakt, dass Männer in Österreich knapp fünf Jahre früher als Frauen sterben. Ein Umstand, der vor allem ihrer ungesunderen Lebens- bzw. Haltungsweise geschuldet ist.
Männliche Risiken
So leben Männer nachweislich ungesünder als Frauen: Bewusste Ernährung ist für sie eher ein Unding als Realität, negative Folgen wie Übergewicht und Adipositas begleiten den Mann demnach öfters als die Frau. Auch trinken sie in der Regel mehr Alkohol und rauchen öfters. Folglich: Das Risiko, an Lungen- oder Darmkrebs zu erkranken oder einen Herzinfarkt zu erleiden, ist erhöht. Und da das männliche Geschlecht vielfach risikobereiter lebt, ist auch die Wahrscheinlichkeit einem Unfall zum Opfer zu fallen, eine wesentlich höherer als bei Frauen.
Demgegenüber steht die Tatsache, dass Mann sich lange, manchmal zu lange, davor ziert, bei Beschwerden darüber zu reden oder einen Arzt zu konsultieren. Zudem hält er sich in Sachen Vorsorge nach wie vor hartnäckig zurück, die wiederkehrenden Untersuchungen werden trotz beharrlicher Aufklärungsarbeit zum überwiegenden Teil vom weiblichen Geschlecht in Anspruch genommen.
Vorsorgesystem
Dabei bietet das österreichische Gesundheitssystem ein umfassendes Vorsorgeprogramm: Ab dem 18. Lebensjahr kann einmal pro Jahr – dem Alter bzw. dem Geschlecht entsprechend – ein umfassender und dabei kostenloser Gesundheitscheck in Anspruch genommen werden. Bei den Vorsorgeuntersuchungen liegen die Schwerpunkte neben der persönlichen Risikoanalyse in der Früherkennung von Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen und eventueller Krebserkrankungen.
Andro-Check
Ab einem Alter von 45 Jahren sollte beim Mann zudem der sogenannte Andro-Check mit Untersuchung der Prostata, der Hoden sowie des Hormonhaushalts selbstverständlich sein; ab 50 wird zudem auf Wunsch des Mannes der PSA-Tests für die Früherkennung von Prostatakrebs vorgenommen.

Männersachen
Osteoporose
Osteoporose wird bei Männern unterschätzt und nur selten behandelt. Die Risikofaktoren sind: Bewegungsmangel, einseitige Ernährung, übermäßiger Alkoholkonsum, Hormonstörungen, Übergewicht, chronische Entzündungen der Gelenke und mehr. Vorbeugende Maßnahmen: Bewegung, ausreichende Versorgung mit Kalzium sowie Vitamin D, nicht zu viele Genussmittel, Ausgleich eines Testosteronmangels und mehr.
Wechseljahre
Ja, auch der Mann kommt in die Wechseljahre. Die sogenannte Andropause, in der die Produktion des Testosterons abnimmt, ist dabei ein schleichender Prozess, der in der Zeit zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr eintreten kann. Neueste Studien zeigen, dass ungefähr jeder zehnte Mann diese durchlebt. Symptome sind Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Lustlosigkeit, abnehmende Sexualität und Verlust von Muskelmasse. Gegenstrategien: körperliches Training, bewusste Ernährung, Stressreduktion, guter Schlaf. Daneben gibt es auch die Testosteronersatztherapie, die nach individueller ärztlicher Abklärung mittels Gelverabreichung, Kapseln, Pflaster oder Injektionen erfolgen kann.

Leistenbruch
Leistenbrüche gehören zu den häufigsten Männererkrankungen. Dies liegt daran, dass die Bauchdecken aufgrund des Samenstrangs eine relative Schwachstelle aufweisen. Ein Leistenbruch entsteht, wenn Bauchfell bzw. Darmschlingen die Schichten der Bauchwand des Leistenkanals durchbrechen – meist sichtbar durch eine Vorwölbung in der Leistenregion. Die größte Gefahr ist, dass der Bruch eingeklemmt und dadurch Blut in diesen Darmanteil weder hinein- noch herausfließen kann – der Darmanteil stirbt ab, was zu einer Sepsis und einer Entzündung sowohl im Hoden- als auch Bauchbereich führen kann. Leistenbrüche bilden sich nicht spontan zurück, sie werden operativ als auch nicht operativ behandelt; ausschlaggebend ist die Größe des Bruchinhalts.
Prostata
Bei der Prostata handelt es sich um eine Drüse, die sich direkt unter der Harnblase befindet, aus Millionen Drüsen-, Muskel- und Fettzellen besteht und Sekrete bildet. Diese beinhalten zahlreiche Eiweißkörper, die für die Aufgabe der Samenzellen unerlässlich sind. Da sowohl die Harnröhre als auch die Samenleiter die Prostata durchlaufen, kann es bei deren Veränderungen zu Problemen – unter anderem beim Harnlassen – kommen. Die Untersuchung der Prostata erfolgt durch Tasten und/oder Ultraschall. Zudem besteht ab dem 50. Lebensjahr die Möglichkeit, die Konzentration des Prostata-spezifischen Antigens (eines der Eiweißkörper) im Blut zu bestimmen. Ist der Wert erhöht, kann dies auf eine Erkrankung der Drüse hinweisen.
Sport und Sexualität
Während die einen Sportler darauf schwören, nach Geschlechtsverkehr leistungsfähiger zu sein, leben andere überzeugte Abstinenz vor sportlichen Leistungen. Die Wahrheit liegt bei jedem Einzelnen, wissenschaftlich gesehen gibt es keine belegbaren Auswirkungen. Auf der Suche nach Sportarten, die Lust auf Sex steigern, stößt man auf Krafttraining, aber auch Yoga, während das Training mit kurzen Intervallen für die Synthese rezeptoraktiven Testosterons förderlich ist, sorgen entspannte Bewegungsarten, bei denen die Glückshormone wie Serotonin ins Spiel kommen, für eine Steigerung der Lust. Radfahren hingegen könnte nicht förderlich sein. Der perineale Druck beim Sitzen auf dem knappen Sattel könnte nämlich dazu führen, dass Blutgefäße oder Nerven, die zum Penis führen, abgedrückt werden könnten, was wiederum zu Erektionsstörungen führen könnte.
Erektionprobleme
Medizinisch bedeutet eine Erektionsstörung oder erektile Dysfunktion bzw. Impotenz die bestehende oder wiederholt auftretende Unfähigkeit, eine für einen befriedigenden Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu erreichen und/oder aufrechtzuerhalten. Ursachen sind organisch-, psychogen- oder altersbedingt. Organische Ursachen können Gefäßleiden, Zuckerkrankheit, Nervenerkrankung, Hormonstörungen sein; zu den psychogenen zählen häufig Depressionen, erhöhter Stress, Versagensängste, Partnerkonflikte und mehr. Zu den altersbedingten Ursachen ist zu sagen, dass mit fortschreitendem Alter sich ein zunehmender Elastizitätsverlust des penilen Bindegewebes entwickelt, auch die Produktion von Testosteron wird zurückgefahren. Zu den Therapieformen gehören neben körperlichem Training (Beckenboden), gesunder Lebensstil, Testosteron-Verabreichung, mechanische Therapie, Elektrosimulation, auch medikamentöse Behandlung und schließlich operative Möglichkeiten.

Vasektomie
Die Vasektomie, auch Sterilisation genannt, ist eine Methode der Verhütung durch den Mann, bei der die beiden Samenleiter durchtrennt werden, sodass keine Spermien mehr austreten können. Nach einer Vasektomie ist es ratsam, noch einige Wochen, ja Monate zusätzlich zu verhüten, da in der Regel noch Spermien vorhanden sind. Wissenschaftlich gesehen werden Erektionsprobleme und Testosteronmangel dadurch weder ausgelöst noch gefördert. Eine Beeinträchtigung der Sexualität vermuten Experten wenn dann auf psychologischer Seite. Und übrigens: Steht der Wunsch nach einer Rückgängigmachung der Vasektomie im Raum, berät der Facharzt, ob und wie dies möglich sein könnte.
Quellen: sozialministerium.at, maennergesundheit.info