Dornbirner Pflegeheime fördern „Hospizkultur“

Neues Projekt der Dornbirner Pflegeheime soll die interdisziplinäre Zusammenarbeit fördern.
Dornbirn. In der Hospizkultur und der Palliativcare hat Vorarlberg längst eine Vorreiterrolle. Die Pflegeheime der Stadt Dornbirn gehen mit dem Projekt „Hospizkultur und Palliative Care“ nun einen weiteren Schritt. Das Projekt soll interdisziplinäre Zusammenarbeit fördern.
„Das Beste für die Bewohner“
So saßen in Dornbirn jüngst Pflegerinnen (Pflegeheime der Stadt) mit Karl Bitschnau (Leiter der Hospiz Vorarlberg), dem Geriatrie- und Palliativexperten Dr. Sigi Hartmann sowie drei Allgemeinmedizinern aus Dornbirn an einem runden Tisch. Dabei habe man sich drei Ziele gesetzt: „Das oberste ist, das Beste für die Bewohner zu tun. Auch wollen wir die Pfleger in ethisch schwierigen Fragen unterstützen sowie eine fächerübergreifende Kommunikationsbasis schaffen“, erklärt Andrea Winder, Pflegedienstleiterin in der Höchster Straße und in der Birkenwiese in Dornbirn. In der Runde wurden zwei „Fallbesprechungen“ eingebracht. Zuerst schilderten die Pflegefachkräfte die Situation eines Bewohners: So wurde etwa über seinen allgemeinen Zustand, den Grund der Einlieferung, die familiäre Situation, den Charakter des Bewohners, seine Biografie und über den medizinischen Zustand informiert. Ergänzend schätzten die behandelnden Ärzte die gesundheitliche wie ganzheitliche Verfassung des Bewohners ein. Geleitet wurde das Gespräch von den Hospiz- und Palliativexperten Bitschnau und Hartmann – auch hörten sie auf die Zwischentöne in den Erzählungen und fragten stellenweise sensibel nach.
„Es ist spannend zu sehen, wie sich durch Gespräche mit anderen Kontaktpersonen und durch die Sicht von Außenstehenden ein rundes Bild des Bewohners ergibt. Ich weiß jetzt, dass ich mir Hilfe von außen holen kann. Das verändert auch die eigene Betroffenheit gegenüber den Bewohnern und ihren Angehörigen“, schildert die Palliativbeauftragte Angelika Spiegel. In den Pflegeheimen der Stadt Dornbirn gibt es aktuell ein zwölfköpfiges Palliativteam. Das jetzige Projekt „Hospizkultur“ läuft seit 2013 und soll bis 2015 weitergeführt werden. Dazu gehören neben Fallbesprechungen am runden Tisch auch Coachingsitzungen. Heuer soll das Palliativteam um 30 weitere Mitarbeiter wachsen. „Wir wollen sowohl die Lebens- als auch die Sterbenskultur fördern. Das Projekt erhöht letztlich die Lebensqualität unserer Bewohner“, betont Martin Mäser, Leiter der Verwaltung der Pflegeheime Dornbirn.