Förderpreis des Landes Vorarlberg für Tobias Grabher

Extra / 27.12.2023 • 15:38 Uhr
Der junge Musiker erhielt für sein vielversprechendes Schaffen den Förderpreis des Landes Vorarlberg. Ruth Bruckner
Der junge Musiker erhielt für sein vielversprechendes Schaffen den Förderpreis des Landes Vorarlberg. Ruth Bruckner

Der junge Vorarlberger ist Dirigent, Posaunist und Sänger in einer Person.

Altach Tobias Grabher, das musikalische Multitalent aus Altach, hat sich seit seiner ersten musikalischen Ausbildung an der Musikschule tonart, vormals MS Mittleres Rheintal, als außergewöhnlich vielseitiger und aufgeschlossener Musiker und Musikvermittler etabliert. Sein musikalischer Werdegang, der ihn vom Landeskonservatorium Feldkirch an die renommierte Musikuniversität Wien führte, wo er bei Mark Stringer studierte, zeugt von seiner Hingabe und seinem Engagement für die Musik. Heute gilt er als aufstrebender Dirigent und Chorleiter, aber auch als erfahrener Chorsänger und Posaunist.

Vielseitige Engagements

Grabhers musikalische Vielfalt spiegelt sich in seiner Mitwirkung in renommierten Ensembles wider. Er ist Mitglied des Jugendsinfonieorchesters Mittleres Rheintal, des Bregenzer Festspielchors und des Landesjugendchors VOICES. Als Posaunist tritt er mit dem Renaissancequartett Enco auf und spielt als Substitut im Symphonieorchester Vorarlberg (SOV). Diese vielseitigen Engagements unterstreichen seine Fähigkeit, sich in verschiedenen musikalischen Genres zu bewegen und sein Können in unterschiedlichen musikalischen Kontexten unter Beweis zu stellen.

Ein besonderer Meilenstein in seiner Karriere war die Gründung seines eigenen Kammerorches­ters, der Camerata Musica Reno. Dieses Projekt, ein lang gehegter Traum Grabhers, wurde mit großer Begeisterung aufgenommen. Das Debüt des Orchesters vor einem Jahr übertraf alle Erwartungen und etablierte das Ensemble fest in der Vorarlberger Orchesterlandschaft. Mit der Aufführung selten gespielter und anspruchsvoller Werke schloss das Orchester eine Lücke in der regionalen Musikszene. Besonders hervorzuheben ist die Zusammenarbeit mit dem Autor Michael Köhlmeier. Für die Aufführung von „Siegfrieds Rheinfahrt“ griff Grabher auf Bearbeitungen von Iain Farrington zurück, die die monumentalen Orchesterbesetzungen Richard Wagners auf Kammerorchestergröße reduzieren und die Werke aus ihrem ursprünglichen Opernkontext lösen.

Tiefe und Vielfalt

Wagners Musik, bekannt für ihren überbordenden musikalischen Erzählfluss und ihre berühmte Leitmotivtechnik, gewinnt durch den Klangfarbenreichtum der großen Orchesterbesetzungen an Tiefe und Vielfalt. Durch die Reduktion auf eine Kammerorchesterbesetzung wurden die musikalisch-kompositorischen Zusammenhänge transparent. Auch wenn den Bearbeitungen der orchestrale Schmelz der Originalbesetzung fehlte, machten die begeisterten jungen Musikerinnen und Musiker dies mit Bravour wett. Die kleinere Besetzung ermöglichte es jedem Einzelnen, kammermusikalische Verantwortung zu übernehmen, die sie mit Energie nutzten und in Szene setzten. Die Holz- und Blechbläser spielten ihre solistischen Melodiebögen im lebendigen Austausch mit den Streichern.

Anspruchsvolle Projekte

Grabher hat es sich zur Aufgabe gemacht, jungen, talentierten Musikern eine Plattform zu bieten. Sein Orchester vereint Studierende des Landeskonservatoriums und Instrumentalisten aus Vorarlberg, die bereits an ihren Studienorten Erfahrungen im professionellen Musikbetrieb sammeln konnten. Dies ermöglicht die Realisierung von Werken, die sonst nur von professionellen Orchestern gespielt werden.

Sein Repertoire konzen­triert sich vor allem auf das 20. Jahrhundert, wobei er sich auch mutig an anspruchsvolle Projekte wagt. Grabher gelingt es, durch die Verbindung verschiedener Kunstformen ein mehrdimensionales Orchestererlebnis zu schaffen. Seine Projekte, wie die Zusammenarbeit mit Silvia Salzmann und Michael Köhlmeier, zeigen seinen Mut und seine Innovationskraft.