„Zusammenhalt in der Gemeinde ist nochmals gestiegen“

Koblachs Bürgermeister Gerd Hölzl über aktuelle Entwicklungen und die Corona-Krise.
Bürgermeister Als Nachfolger von Langzeitbürgermeister Fritz Maierhofer ist Gerd Hölzl (53) erst seit September des vergangenen Jahres in Amt und Würden. Und schon im Frühjahr musste er sich einer der größten Herausforderungen für die Gemeinde der vergangenen Jahrzehnte stellen: der Corona-Pandemie und dem richtigen Umgang damit. Insgesamt wurden in Koblach zehn infizierte Personen registriert, aktuell gibt es noch einen Krankheitsfall, Tote gab es nicht zu beklagen.
Dass die Gemeinde bislang mit einem blauen Auge davongekommen ist für Bürgermeister Hölzl ein Zeichen für den guten Zusammenhalt und die vorbildliche Nachbarschaftshilfe: „Ein großes Lob an die Bevölkerung, die Solidarität im Dorf war hervorragend.“ Der im Gemeindeamt eingerichtete Krisenstab besteht formell zwar weiterhin, so richtig zum Einsatz gekommen ist er aber nicht wirklich – die gestellten Aufgaben wurden „ruhig und besonnen abgearbeitet“. Auch das Haus der Generationen Koblach wurde von der Pandemie bisher verschont und musste keinen einzigen Fall verzeichnen. Hölzl streicht hier die Zusammenarbeit mit dem Haus Götzis und der Marktgemeinde heraus. Und nebenbei habe sich auch die enorme Bedeutung der Nahversorger und der lokalen Produzenten gezeigt, die in Zeiten der Krise noch mehr als bisher geschätzt wurden.
Familienfreundliche Positionierung
Finanziell sieht der Bürgermeister seine Kommune ebenfalls gut aufgestellt. Der Rechnungsabschluss 2019 trägt die „Handschrift der nachhaltigen und weitsichtigen Vorgangsweise“. 2020 werden die Zahlen zwar sicher anders ausschauen, aber auch hier zeigt sich Hölzl zuversichtlich, diese Lücke mittelfristig wieder schließen zu können – und zwar, ohne einschneidende Sparmaßnahmen vornehmen zu müssen. Eine gesunde und überlegte Finanzgebarung habe aber auf alle Fälle Vorrang.
Und so lädt die Gemeinde kommende Woche, am 7. Juli, zur Präsentation der Erweiterungspläne der Sportanlage Lohma, auch der Bau des Kindergartens Ried ist auf Schiene. Dieses Projekt sieht Hölzl als enorm wichtig für die Zukunft der Gemeinde und verweist dazu auf den Beitritt zum Landesprojekt „Familie+“. Koblach soll verstärkt als Gemeinde für Familien mit Kindern positioniert werden. Eine weitere Vernetzung und Koordination von Kleinkinderbetreuung, Kindergärten, Schulen sowie auch des Jugendtreffs wird hier angestrebt. Auch die ältere Generation wird zum Zug kommen. Generationenübergreifende Projekte mit dem Haus Koblach sollen realisiert werden. Der Platz rund um die Pflegeeinrichtung wird noch mehr für Veranstaltungen (Ü-80-Partys, Frühschoppen etc.) genützt und dadurch werden auch die Bewohner vermehrt in den Mittelpunkt gestellt. Nicht vergessen will Hölzl auf Natur und Umwelt. Hier liegt im Zuge der Planungen für das REK amKumma ein Nutzungskonzept für das Gebiet Kummenberg vor, mit dem – unter gegenseitiger Rücksichtnahme – das Naherholungsgebiet auch künftig für alle erhalten werden soll. Im gleichen Atemzug nennt der Bürgermeister das Straßen- und Wegekonzept, das umsetzungsreif vorliegt. Der Radverkehr soll künftig ebenso gestärkt werden wie das Angebot im Rahmen des öffentlichen Verkehrs. Nicht zuletzt sollen Handel und Gewerbe als starke Partner der Gemeinde nicht zu kurz kommen und in wirtschaftlich schwierigen Zeiten genauso unterstützt werden wie die Landwirtschaft.
Bleibt noch das Jahrhundertprojekt Rhesi. Hier betont Bürgermeister Hölzl, dass Koblach für alle beteiligten Parteien ein konstruktiver und verlässlicher Ansprechpartner bleiben werde, er streicht aber auch die immense Wichtigkeit des Hochwasserschutzes hervor, der im Zuge des Projekts an erster Stelle zu stehen habe. CEG