Ein Leben ganz im Zeichen der Schuhe

Extra / 30.06.2020 • 08:53 Uhr
Seit fünf Jahrzehnten befindet sich das Schuhhaus Haag in der Nenzinger Bahnhofstraße.
Seit fünf Jahrzehnten befindet sich das Schuhhaus Haag in der Nenzinger Bahnhofstraße.

Nach 56 Jahren schließt Familie Haag ihr Geschäft.

Wirtschaft „Schuhe zu verkaufen, das war mein Leben.“ Auch mit 84 Jahren steht Herta Haag täglich in ihrem Schuhgeschäft in der Bahnhofstraße 8. Mit Ehemann Julius Haag eröffnete sie 1964 das ursprüngliche Geschäft in der Andreas-Gassner-Straße. „Nachdem die ehemalige Sennerei in der Bahnhofstraße verkauft wurde, nutzten wir die Gelegenheit, uns auch räumlich zu vergrößern“, erinnert sich die Verkäuferin mit Leib und Seele.

Sie erzählt, dass 1970 das neu gebaute Geschäftshaus in einer Rekordzeit von nur sechs Monaten bezogen werden konnte. „Das war eine Meisterleistung zu dieser Zeit.“ Im Jahr 2003 wurde das Geschäftslokal noch einmal umgebaut, nach dem Tod von Julius Haag 2011 übernahm Sohn Adrian als gelernter Verkäufer und Schuhmachermeister die Werkstatt.

Gutes Schuhwerk wichtig

Im Laufe der Jahre konnte Familie Haag weitum Stammkunden gewinnen. „Wir haben auch für viele Problemfüße passende Schuhe und auch ein großes Sortiment an Kinderschuhen.“ Apropos Problemfüße: Hier bemerkt Herta Haag, dass die Zahl der Menschen mit „schwierigen“ Füßen deutlich zugenommen hat. „Gute Schuhe von Kindesbeinen an sind enorm wichtig, denn die Füße tragen den Menschen durch das ganze Leben.“

Nach 56 Jahren Selbständigkeit in diesem Metier ist es für Herta Haag mit Ende des Jahres Zeit, endgültig in Pension zu gehen. „Wir schließen unser Geschäft und haben bereits mit dem Abverkauf begonnen.“ Sie hofft, dass sich vielleicht ein Pächter für das Geschäft findet. „Möglichst in derselben Branche“, würde sich Herta Haag sehr freuen, wenn ihr Lebenswerk auf diese Weise und in den traditionellen Räumlichkeiten fortgeführt würde.

„Schuhe zu verkaufen, das war mein Leben.“

Ein Leben ganz im Zeichen der Schuhe