Die Gastgartenkultur meldet sich zurück

Extra / 13.05.2020 • 12:05 Uhr
Auch im Gastgarten gilt die Abstandsregel – ausgenommen sind Personen, die im selben Haushalt leben, so wie zum Beispiel dieses Paar. shutterstock
Auch im Gastgarten gilt die Abstandsregel – ausgenommen sind Personen, die im selben Haushalt leben, so wie zum Beispiel dieses Paar. shutterstock

Rund zwei Drittel sehnen Wiedereröffnung der Gastronomie herbei.

gastgarten Gut zwei Monate mussten wir wegen der Coronapandemie auf jegliche Gastronomiebesuche verzichten. Am Freitag dürfen die Restaurants, Gasthäuser und Wirtshäuser – wenn auch unter strengen Sicherheitsvorkehrungen – wieder öffnen und zu dieser Jahreszeit am besten unter freiem Himmel im Gastgarten. Allerdings: Wann wieder der Vor-Corona-Betrieb aufgenommen werden kann, ist aktuell noch nicht absehbar. Denn auch im Freien gilt die Regel: Sicherheitsabstand! Das bedeutet: Die Tische dürfen nicht zu eng beieinander stehen, pro Tisch dürfen maximal vier Erwachsene und ihre minderjährigen Kinder bzw. Besucherguppen, die im gemeinsamen Haushalt leben, sitzen, eine Reservierung ist erforderlich. An den Öffnungszeiten ändert sich nichts, generell ist der Betrieb von 6 bis 23 Uhr erlaubt; der Schankbetrieb ist allerdings (noch) nicht zulässig.

Öffnung sehnlichst erwartet

Wie sehr die Öffnung der Gastronomie herbeigesehnt wird, zeigt ein aktuelles Stimmungsbild, das „Makam Research“ eruiert hat. Die Wiedereröffnung der Gastronomie wird von 64 Prozent der Bevölkerung schon sehnlichst erwartet und gut jeder Fünfte (21 Prozent) plant auch gleich in den ersten Tagen nach Wiedereröffnung einen Gastronomiebesuch ein – vor allem Männer. 29 Prozent wollen erst einmal ein paar Tage abwarten, um zu sehen, wie stark die Lokale frequentiert sind und ob die Abstandsregeln eingehalten werden. Langfristig wird die coronabedingte Schließung der Gastronomiebetriebe kaum Auswirkungen auf das Besuchsverhalten haben. Zwei von drei Österreichern planen Lokalbesuche in den Wochen und Monaten nach Wiedereröffnung gleich oft bzw. gleich intensiv wie in der Zeit davor ein. 26 Prozent weniger und sieben Prozent definitiv häufiger als in der Zeit vor den Einschränkungen. Für die in den letzen zwei Monaten so schwer gebeutelte Gastronomie sind diese Daten ein Hoffnungsschimmer in dieser nicht einfachen Zeit.

Schnellimbiss in der Antike

Bevor Restaurants, wie wir sie heute kennen, entstanden sind, gab es bereits eine Reihe von Einrichtungen, in denen gegessen werden konnte. In der Antike war das die sogenannte Thermopolia, wo warme Speisen und Getränke als Schnellimbiss verkauft wurden. Thermopolien waren meist kleine Räumlichkeiten, die gegen die Straße hin mit einer gemauerten Theke versehen waren. Im Inneren befand sich ein Herd, auf dem die Gerichte vorgekocht wurden. Dazu wurde mit heißem Wasser gemischter Wein ausgeschenkt.

Biergarten kommt aus Bayern

Im Mittelalter boten Tavernen und Herbergen den Reisenden Kost und Logis. Erst am Vorabend der französischen Revolution im 18. Jahrhundert entstanden moderne Restaurants. Die Geschichte der Biergärten nahm Anfang des 19. Jahrhunderts in Bayern ihren Anfang. Zu Beginn durfte tatsächlich nur Bier ausgeschenkt und Brot verabreicht werden. Übrigens: Ein Brotkorb auf dem Tisch ist in Coronazeiten nicht erlaubt.