“Interessiere mich schon lange für Filmmusik”

Wohin / 05.02.2015 • 12:12 Uhr
Roland Jenny und die „Dulac Chamber Group“ präsentieren eine eindrucksvolle Klangcollage.  Foto: Privat
Roland Jenny und die „Dulac Chamber Group“ präsentieren eine eindrucksvolle Klangcollage. Foto: Privat

Stummfilm inklusive Live-Konzert: Roland Jenny & Dulac Chamber Group in Dornbirn.

schwarzach. Der Gitarrist und Komponist Roland Jenny komponierte zu einem surrealen französischen Stummfilm die Musik, die nun am Spielboden aufgeführt wird. Unterstützt wird er dabei von seiner „Dulac Chamber Group“, das sind Stefan Greussing (Drums), Herwig Hammerl (Bass), Jodok Lingg (Trompete), Werner Lorbach (Altsax), Norbert Dehmke (Tenorsax), Uli Binetsch (Posaune), Bernhard Klas (Barisax).

In welchem Alter hast du mit dem Gitarrespielen begonnen?

Jenny: Ich begann im Alter von elf Jahren mit der akustischen Gitarre. Die eigentliche Faszination kam dann aber mit 15, als ich auf die E-Gitarre gewechselt habe. Mit etwa 18 Jahren begann ich mich dann erstmals mit Jazz und improvisierter Musik auseinanderzusetzten.

Demnächst bist du am Spielboden zu erleben. Du vertonst solo und gemeinsam mit der „Dulac Chamber Group“ einen surrealen Stummfilm aus dem vorigen Jahrhundert. Wie kam diese Idee zustande?

Jenny: Ich interessiere mich schon seit Langem für Filmmusik und habe zudem in den letzten Jahren an der Zürcher Hochschule der Künste ein Weiterbildungsstudium mit den Schwerpunkten Arrangement, Komposition und Filmmusik gemacht. Durch meine Tätigkeit als Jazzmusiker reifte dann der Entschluss, diese Kompetenzen zu verschmelzen, indem ich Musik für E-Gitarre plus „Five Horns- und Rhythmsection“ schreibe, arrangiere und live aufführe. Dadurch, dass ich Gitarrist bin, liegt der Fokus auch auf der Gitarre. Die Suche nach einem passenden Film war dann gar nicht so einfach. Durch einen Tip meines Lehrers Peter Madsen, der auch bei der Realisierung des Projekts eine große Hilfe war, bin ich auf diesen Film gestoßen, der auch durch die überschaubare Länge von 50 Minuten passend war.

Du hast die Musik dazu komponiert, wie bist du vorgegangen?

Jenny: Zuerst habe ich mir den Film mehrmals angeschaut und Notizen bezüglich der Dramaturgie gemacht. Anschließend überlegte ich mir, wo welches Genre, Stilistik und Tempo passen würde. Dann folgte der eigentliche Kompositionsprozess, in dem dann die Themen und Motive entstanden. Parallel dazu habe ich bereits am Computer eine digitale Version mit diversen Soundlibaris programmiert, um eine bessere Vorstellung bezüglich der Dramaturgie zu bekommen. Das bedeutet, die Musiker bekamen im Vorfeld neben den Noten ein Playback mit dem fertig vertonten Film. Dies ermöglicht es den Musikern, die Musik mit einem überschaubaren Probeaufwand einzustudieren.

Am Anfang improvisierst du frei zum Film. Das stelle ich mir sehr schwierig vor . . .

Jenny: Wir werden zu Beginn zu mehreren Kurzfilmen aus dem gleichen Genre improvisieren. Da einige Musiker Teil von Peter Madsens CIA sind, ist das auch naheliegend. Erst im zweiten Teil wird der Film „Die Muschel und der Kleriker“ mit der komponierten Musik aufgeführt. Besonders spannend dabei ist sicher der Gegensatz zwischen der völlig frei improvisierten Musik und der komponierten. Trotzdem gibt es aber auch noch Platz für Improvisationen der beteiligten Musiker. Der Schwerpunkt wird aber sicher auf der Gitarre liegen.

Welche musikalischen Ziele hast du persönlich?

Jenny: Ich möchte mich vor allem weiterentwickeln und auch im Bereich Filmkomposition verstärkt tätig sein, eventuell einen weiteren Film vertonen und mit dem Ensemble aufführen. Reizen würde es mich auch, für Jazzgitarre und Streichquartett zu komponieren.

Roland Jenny und die „Dulac Chamber Group“ präsentieren eine eindrucksvolle Klangcollage.  Foto: Privat
Roland Jenny und die „Dulac Chamber Group“ präsentieren eine eindrucksvolle Klangcollage. Foto: Privat

Zur Person

Roland Jenny

Studiomusiker, arrangiert und komponiert Musik, vertont Filme und Werbejingles, und spielt in verschiedenen Live-Formationen.

Geboren am: 28.05.1977
Wohnort: Feldkirch
Familienstand: ledig

Stummfilm + Live-Konzert: Roland Jenny & DULAC Chamber Group. 25. Februar, 20 Uhr, Spielboden Dornbirn. Karten: Spielboden, www.spielboden.at