Neue froschartige Ur-Schildkröte erforscht

freiburg Ein Forschungsteam unter Leitung der Uni Freiburg hat anhand eines Fossils aus Madagaskar eine neue Schildkrötenart aus der späten Kreidezeit beschrieben. Sie verschlang ihre Beute wohl nach dem Saug-Schnapp-Prinzip. Das gut erhaltene Fossil wurde bereits im Jahr 2015 in der Fossilfundstätte der Maevarano-Formation in Madagaskar entdeckt. Die Forschenden – neben der Uni Freiburg waren Teams der Universität Antananarivo sowie des Denver Museum of Nature and Science an der Studie beteiligt – tauften die Schildkröte auf den Namen Sahonachelys mailakavava, was in Madagassisch so viel wie “schnellköpfige Frosch-Schildkröte” bedeutet. Die Analysen erschienen in der Fachzeitschrift “Royal Society Open Science”.
“Saugschnapper”
Das Tier zeichne sich demnach durch einen ungewöhnlich flachen Schädel und einen grazilen Unterkiefer mit vergrößerten Zungenbeinen aus. Dies lässt vermuten, dass die Schildkröte ein sogenannter Saugschnapper war. Bei dieser Jagdtechnik öffnen die Jäger schnell ihre Mäuler, um durch den entstehenden Unterdruck Beutetiere unter Wasser einzusaugen. Die neu beschriebene Art ist demnach die einzig bekannte Schildkröte ihrer Gruppe, die das Saugschnappen entwickelt hat. Das zeige, dass die madagassische Tierwelt bereits in der Kreidezeit besonders war, schrieb die Uni Freiburg. Wie es typisch ist für Saugschnapper, besaß Sahonachelys mailakavava keine Zähne. Die Analyse der Kiefer deutet ferner darauf hin, dass sie ihre Beute auch nicht zermalmte, sondern bei ganzem Leibe verschlang.