Fortpflanzungszwang macht Weibchen zu besseren Männchen

Wissen / 22.01.2021 • 17:09 Uhr

Lausanne Ein Lausanner Forscherteam hat in Echtzeit beobachtet, wie sich weibliche Pflanzen unter Fortpflanzungsdruck in Zwitter verwandeln.

Die meisten blühenden Pflanzen besitzen sowohl weibliche als auch männliche Blüten und können sich zumindest theoretisch selbst befruchten. Nur sechs Prozent sind entweder weiblich oder männlich, wie die Universität Lausanne mitteilte. Nun entdeckten Forschende in einem Experiment mit dem Einjährigen Bingelkraut, dass weibliche Pflanzen relativ rasch zusätzlich die Rolle des Männchens übernehmen können.

Für ihren Feldversuch pflanzte das Team die Samen des Unkrauts. An manchen Stellen ließen sie beide Geschlechter nebeneinander gedeihen, an anderen rupften sie die männlichen Pflanzen aus. Resultat: Auf dem “männchenfreien” Feld entstanden Zwitter, die sich daraufhin nicht nur eigenständig fortpflanzen konnten, sondern auch Pollen verbreiteten, um die Eizellen anderer weiblicher Pflanzen zu befruchten.