Magna lässt sich berechnen

Wissen / 13.11.2020 • 15:00 Uhr
Zirkone verraten das Ausmaß von künftigen Vulkanausbrüchen. AFP
Zirkone verraten das Ausmaß von künftigen Vulkanausbrüchen. AFP

Genf Mit einem winzigen Mineral namens Zirkon haben Genfer Forschende gemeinsam mit deutschen Kollegen berechnet, wie viel Magma im ruhenden Vulkan Nevado de Toluca in Mexiko eingeschlossen ist. Die berechneten 350 Kubikkilometer flüssigen Gesteins hätten laut den Vulkanologen verheerende Auswirkungen, wenn der Vulkan wieder zu speien beginnt. Wenn vulkanisches Magma unter einem Vulkan aufsteigt, können sich vor dem Ausbruch Zirkonkristalle in der Schmelze bilden. Die Forscher der Universität Genf analysierten gemeinsam mit Kollegen der Universität Heidelberg solche Silikat-Mineralien, die der Vulkan Nevado de Toluca in Mexiko in den letzten 1,5 Millionen Jahren ausgespuckt hatte.

Der Feuerberg ruht derzeit, doch in seinem Inneren schlummert noch immer etwa das Vierfache des im Genfersees gespeicherten Wasservolumens an Magma, wie die Forschenden berechneten. Um die Botschaften der Zirkone zu entschlüsseln, datierten die Forschenden mit den im Mineral eingebauten Elementen Uran und Thorium den Zeitpunkt der Kristallisation. Mithilfe von thermischen Modellierungen konnten sie danach das Volumen des Magmas abschätzen, das im Inneren des Vulkans liegt. „Die Kenntnis der Größe eines vulkanischen Reservoirs ist wichtig, um Vulkane zu identifizieren, die in Zukunft höchstwahrscheinlich eine Eruption großen Ausmaßes verursachen werden“, sagte der Vulkanologe und Mitautor der Studie, Gregor Weber von der Uni Genf, laut einer Mitteilung der Universität.

Die größten Vulkanausbrüche der letzten 100 Jahre stammten von Vulkanen, die selten ausbrechen.