Urzeitkrebse in der Hitze

Wissen / 13.08.2020 • 17:12 Uhr

Wien, Stuttgart Am heißesten Ort der Erde, der Geröllwüste Lut im Iran, entdeckten Forscher lebende Urzeitkrebse. Sie sind von einer bisher unbekannten Art, fand Martin Schwendtner vom Naturhistorischen Museum (NHM) Wien heraus. Nach seltenen Regengüssen schlüpfen ihre Larven aus Dauereiern und die kleinen Süßwasserkrebse leben in kurzlebigen Seen, so die Forscher im Fachmagazin „Zoology of the Middle East“. Im Jahr 2017 durchstreifte eine Forschungsexpedition die Wüste Lut. Sie ist mit 51.800 Quadratkilometern ungefähr so groß wie Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, die Steiermark und das Burgenland zusammen. Satelliten der NASA hatten dort mit 80,8 Grad Celsius die höchste jemals weltweit registrierte Oberflächentemperatur gemessen. Die Krebse vermehren sich mit Hilfe von „Dauereiern“. „Man weiß, dass sie Jahrzehnte im ausgetrockneten Boden überleben können, und die Larven schlüpfen, sobald sich nach Regenfällen Gewässer bilden“, erklärt Schwendtner.