“Netzhaut” des weltgrößten Teleskops besteht Designprüfung

Wissen / 12.06.2020 • 16:46 Uhr
Das Superteleskop wird derzeit in der chilenischen Atacama-Wüste gebaut.
Das Superteleskop wird derzeit in der chilenischen Atacama-Wüste gebaut.

Wien Das Extremely Large Telescope (ELT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) soll voraussichtlich Mitte des Jahrzehnts in Betrieb gehen. Seit Jahren wird auch an den Instrumenten des wweltgrößten optischen Teleskops gearbeitet. Sie sind quasi die Netzhaut des ELT, wo das vom Riesenspiegel gesammelte Licht verarbeitet wird. METIS ist eines davon – es hat nun seine erste Designprüfung bestanden.

Das Superteleskop der ESO wird derzeit in der chilenischen Atacama-Wüste auf der Spitze des Berges Armazones (3048 Meter) gebaut. Sein Hauptspiegel wird einen Durchmesser von 39 Metern haben und sich aus rund 800 sechseckigen, beweglichen Spiegel-Elementen zusammensetzen. Das rund 1,1 Milliarden Euro teure Teleskop wird 13 Mal mehr Licht einfangen können als bisherige Geräte.

Drei Instrumente sind für den Betriebsbeginn des ELT geplant. Eines dieser “First-Light-Instrumente” ist der “Mid-Infrared ELT Imager and Spectograph” (METIS), an dessen Konstruktion die Universitäten Wien, Innsbruck und Linz sowie das Johann Radon Instituts für Numerische und Angewandte Mathematik beteiligt sind. METIS hat nun mit der ersten Entwurfsprüfung einen wichtigen Meilenstein der Designphase erreicht. Nach der positiven Evaluierung der Konzepte für die Optomechanik, Elektronik und Software könne nun das Design finalisiert werden.

METIS ist eine Kombination aus Kamera und Spektrometer und soll alle Vorteile des ELT im infraroten Wellenlängenbereich ausnutzen. Es erschließt damit ein wichtiges Wellenlängenfenster zur Erforschung des Lebenszyklus von Sternen und der physikalischen Prozesse in Galaxienkernen. Ein Forschungsschwerpunkt wird dabei die Suche nach erdähnlichen Exoplaneten sein.